Corona-Teststelle Schwerte soll schließen – Kreis Unna kritisiert das

hzEntscheidung der Kassenärzte

Nur noch bis Ende Mai soll es in Schwerte eine Corona-Teststelle geben. Sie rentiere sich einfach nicht, argumentieren die Ärzte. Unnas Landrat Michael Makiolla kritisiert die Entscheidung.

Schwerte

, 19.05.2020, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Neuinfektionen mehr, und das schon seit drei Wochen – die aktuell guten Corona-Zahlen haben Folgen für Schwerte. „Die Diagnosestelle am Schwerter Marienhospital bleibt ab Samstag, 30. Mai, geschlossen“, erklärte die Kasenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) am Dienstag.

Dort, wo vor Corona die Notfallpraxis war, die außerhalb der Sprechzeiten der Hausärzte geöffnet war, wurde im März ein Teststelle eingerichtet. Sie ist neben Unna und Lünen die dritte im Kreis. Unna beherbergt zudem ein Behandlungszentrum.

Auch das „stellt ab Montag, 1. Juni, seinen Betrieb ein“, heißt es von Seiten der KVWL weiter.

Der regionale Sprecher der Kassenärzte, Dr. Prosper Rodewyk, unterstreicht: „Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die den Aufbau und Betrieb der beiden Einrichtungen unterstützt haben. Mit diesen zusätzlich geschaffenen Strukturen war es möglich, die ambulante ärztliche Versorgung auch angesichts der besonderen Herausforderungen für alle Patienten in der Region weiter zu gewährleisten“, so der Leiter der KVWL-Bezirksstelle Dortmund.

Landrat Makiolla: Was, wenn eine zweite Welle kommt?

Im Kreishaus in Unna kommen die Schließungspläne nicht gut an. Landrat Michael Makiolla (SPD) sagte am Dienstag: „Ich habe die Besorgnis, dass wenn die Behandlungsstellen dichtgemacht werden, wichtige Infrastruktur im Kampf gegen das Coronavirus beseitigt wird und wir dann nicht mehr mit entsprechenden Testkapazitäten reagieren können, wenn die Infektionszahlen zunehmen und die zweite Welle kommt.“

Das Kreisgesundheitsamt war in der Anfangszeit der Pandemie mit eigenen Teststellen eingesprungen, bis die Kassenärzte mit ihrer Struktur so weit waren.

Der Landrat wurde nach eigenen Angaben bereits am vorigen Mittwoch über die Schließung einiger Teststellen informiert.

Kassenärzte rechnen die Kosten auf

Die Kassenärzte verweisen auf eine Kostenproblematik. So würden die Krankenkassen derzeit die Kosten für Corona-Tests nur bei Patienten erstatten, die Symptome zeigen. Ein vorigen Freitag verabschiedetes Gesetz sehe vor, dass künftig auch die Kosten für asymptomatische Tests durch die öffentlichen Gesundheitsdienste von den Kassen übernommen werden.

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Selbstverständlich könnten die Gesundheitsämter weiterhin Corona-Tests bei den Bürgern vornehmen. Die Rechtsverordnung, die Genaues regeln soll, fehlt aber noch.

Behandlungszentrum Dortmund-Nord hat weiter geöffnet

„Die Corona-Behandlungszentren der KVWL in Dortmund, Hamm und Lünen bleiben zunächst weiterhin geöffnet“, heißt es von den Kassenärzten. Das Corona-Behandlungszentrum am Klinikum Dortmund (Klinikzentrum Nord) ist zu folgenden Zeiten geöffnet: montags bis freitags 8.30 bis 13.30 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags 10 bis 14 Uhr.

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