Coronavirus: So ungleich trifft Covid-19 die Generationen im Kreis Unna

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Was das RKI feststellte, lässt sich auch an den Corona-Zahlen im Kreis Unna ablesen: Immer mehr Jüngere stecken sich mit dem Coronavirus an. So unterschiedlich sind die Menschen betroffen.

Kreis Unna

, 23.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Situation ist „sehr ernst“: Worte von RKI-Chef Lothar Wieler, mit denen er am Donnerstag die Pandemielage in der gesamten Bundesrepublik bewertete – die genauso aber auch für den Kreis Unna gelten, wo das Gesundheitsamt erst am Abend mit 100 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder einen neuen Tageshöchstwert gemeldet hat.

952 neue, bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus im Kreis Unna allein seit dem 1. Oktober: Damit gehen vier von zehn Fällen (41,43 Prozent) seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr auf diesen Monat zurück.

Coronavirus breitet sich diffus aus im Kreis Unna

Das Problem: Zwar spielen weiterhin Freundeskreise und Familienfeiern, Gruppen wie Sportmannschaften und Schulklassen oder Fälle in Alten- und Pflegeheimen eine Rolle – nach Beobachtungen des Gesundheitsamtes im Kreis Unna breitet sich das Virus derzeit aber eher diffus aus. Und das macht es freilich ungleich schwerer, Infektionsketten aufzuspüren und zu unterbrechen.

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Unter anderem das ist es, was RKI-Chef Wieler am Donnerstagmorgen als „sehr ernst“ bezeichnet. „Wir müssen damit rechnen, dass sich das Virus in Deutschland weiter ausbreiten kann, sogar unkontrolliert ausbreiten kann“, sagte er im Rahmen einer Pressekonferenz.

Kreis Unna: Viele Neuinfizierte jünger als 35 Jahre

Laut Robert-Koch-Institut stecken sich derzeit weitaus mehr jüngere Menschen an als im Frühjahr. Das geht auch aus den Meldungen des Kreises Unna an das RKI (Datenstand vom 20. Oktober) hervor. Bislang waren im Oktober 44 Prozent der Neuinfizierten im Kreis Unna jünger als 35; im März (23,08 Prozent), April (23,39) und Mai (27,45) war jeweils nur rund jeder vierte Betroffene jünger als 35 Jahre alt.

Stecken sich viele jüngere Menschen an, sind auch viele Krankheitsverläufe eher leicht – entsprechend wenig Menschen sterben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Allerdings ist auch davon auszugehen, dass sich das Virus dann leichter verbreitet und zunehmend auch wieder ältere Bevölkerungsschichten erreicht. Und dann ist bedauerlicherweise davon auszugehen, dass auch wieder mehr Menschen in Verbindung mit Covid-19 sterben und sich die Lage auch im Kreis Unna wieder dramatisch zuspitzt.

Inwieweit sich die sukzessive verschärften Corona-Regeln im Kreis Unna als der erhoffte Wellenbrecher erweisen, ist noch unklar. Die erste Allgemeinverfügung nach Überschreiten der 7-Tages-Inzidenzzahl von 50 Fällen auf 100.000 Einwohner trat am 11. Oktober in Kraft – „und damit vor weniger als zwei Wochen“, wie die Pressestelle des Kreises Unna am Donnerstag betonte. „Daher lässt sich hierzu noch keine verlässliche Einschätzung abgeben.

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