Die Großbaustelle auf der B236 Hörder Straße sorgte in diesem Jahr für zahlreiche Staus. © Oskar Neubauer (A)
Jahresrückblick 2020

Das Jahr 2020 in Schwerte: Der Umbau der B236 – eine Prüfung für alle Schwerter

Die Pläne lagen seit Jahren vor, doch im Januar begannen die Arbeiten. Die Verlegung von Versorgungsleitungen war im März der eigentliche Auftakt des chaotischen B236-Umbaus.

Weil Versorgungsleitungen im Auftrag der Stadtwerke Schwerte verlegt werden mussten, kam es im März auf der B236 zwischen der Kreuzung Hörder Straße/Heidestraße/Bergstraße und dem Freischütz zu ersten Staus der großen B236-Baustelle.

Schon Mitte Januar wurde mit ersten Vorbereitungsarbeiten auf der B236 begonnen. Die Baustelle wurde im Bereich zwischen der Autobahnauffahrt der A1 in Richtung Bremen und der Kreuzung Hörder Straße/ Am Eckey/ Talweg eingerichtet.

Sperrung der Autobahnzufahrt

Doch der Bau der B236 begann erst im Mai so richtig, mit der Sperrung der Autobahnzufahrt Richtung Köln. Im Vorfeld rissen Bagger die Häuser am Rand der B236 ab, die bereits dem Bund gehörten. Der Verkehr wurde grundlegend neu organisiert: Denn im ersten Bauabschnitt wurde neben der Autobahnzufahrt auch die Bergstraße von der Hörder Straße abgebunden. Um den Verkehr zur Hörder Straße zu leiten, ging es von der Bergstraße über den Klusenweg zum Talweg.

Während die Einbahnstraßenregelung unter der Autobahnunterführung aufgehoben wurde, hatte man sich für die Straßen Op der Kluse und Westhellweg eine neue Einbahnstraßenregelung ausgedacht, damit der Verkehr jeweils nur in eine Richtung durch die Anliegerstraßen fährt. Erst im zweiten Bauabschnitt sollte auch die Heidestraße abgebunden werden.

„Critical Mass“

Doch nicht nur Autofahrer waren genervt von der Baustelle. Beim Blick auf die Ausbaupläne zur B236 fühlten sich auch Schwerter Radfahrer benachteiligt. Deshalb gab es in Schwerte die ein oder andere „Critical Mass“, bei der Radfahrer gemeinsam als große Gruppe durchs Stadtgebiet fahren.

„Klimanotstand hin oder: Schwerte gibt nach wie vor dem privaten Auto den Vorrang vor allen anderen Verkehrsarten. Dabei könnte die Ruhrstadt mit ihren kurzen Wegen und wenigen Steigungen ein ideales Fahrradstädtchen sein“, hieß es in einer Ankündigung der Fahrrad-Aktivisten.

Eigentlich sehe das städtische Mobilitätskonzept eine Verdoppelung des Radverkehrs bis 2025 vor. „Aber wenn es hart auf hart kommt, müssen sich Fußgänger und Radfahrer immer noch bei ‚König Auto‘ hinten anstellen“, beklagten die Teilnehmer.

Viele Radfahrer kritisieren, dass die Situation für sie nach dem Ausbau noch schlimmer werde. Vor allem stadteinwärts werde der Radweg immer wieder unterbrochen, er sei nicht durchgängig vom übrigen Verkehr getrennt und schon gar nicht breit genug. Die Fahrten der kritischen Masse begannen im März und wurden mehrfach wiederholt.

Harte Prüfung für Verkehrsteilnehmer

Die Baustelle auf der Hörder Straße/ B236 entwickelte sich für die Verkehrsteilnehmer zu einer harten Prüfung. Immer wieder staute sich der Verkehr im Bereich der Auffahrten zur A1.

Vor allem in Stoßzeiten ging im Laufe des Jahres an manchen Stellen der viel befahrenen Straße nicht mehr viel. Eine Schlüsselstelle war dabei die Kreuzung der Hörder Straße mit dem Talweg und der Straße Am Eckey. Dabei kam es teilweise zu unschönen Szenen. Der Grund für den Unmut zahlreicher Autofahrer war der Knoten, den die Verkehrsteilnehmer mit ihren Fahrzeugen im Kreuzungsbereich schufen.

Sperrung bis in den Januar

Aber fertig ist der erste Bauabschnitt noch nicht. Wie die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) im Dezember mitteilte, bleibt die Anschlussstelle Schwerte zur Autobahn A 1 in Fahrtrichtung Köln voraussichtlich bis 7. Januar gesperrt. Nach Öffnung der Anschlussstelle Schwerte, Fahrtrichtung Köln, steht den Verkehrsteilnehmern zunächst nur ein Fahrstreifen der auf zwei Streifen erweiterten Zufahrt zur Verfügung. Erst ab 17. Januar werden es zwei Fahrstreifen sein.

Direkt im Anschluss an die Öffnung der Fahrtrichtung Köln folgt wie angekündigt die Sperrung der Fahrtrichtung Bremen und der Heidestraße (an der Hörder Straße). Die Bergstraße bleibt ebenfalls noch gesperrt, da die Stadt im Anschluss an die Bauarbeiten an der Kreuzung eigene Arbeiten plant.

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Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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