Das verlorene Kuscheltier Hasi heißt jetzt Felix und tröstet trauernde Kinder

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Woher stammt Hasi? Das wollte Pia Nebelsiek über Facebook und EBay-Kleinanzeigen herausfinden. Es meldete sich niemand, der das Kuscheltier vermisste. Doch jetzt hat Hasi eine neue Aufgabe.

Westhofen

, 26.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Solche Zufälle gibt es. Walburga Schnock-Störmer vom Verein Leuchtturm – einem Beratungszentrum für trauernde Kinder, Jugendliche und Familien – war auf der Hagener Straße in Westhofen auf dem Weg in Richtung Schwerte. Sie hatte einen Termin.

Auf Höhe des Imbiss „Zum Ruhrtal“ sah sie ein Kuscheltier auf der Straße. „Ich hatte sofort den Gedanken: Der gehört in unser Körbchen für besondere Kuscheltiere“. Doch sie konnte nicht anhalten, die Zeit war knapp.

Auf der Rückfahrt hielt sie Ausschau nach dem Spielzeug, doch es war verschwunden. In der Zwischenzeit hatte Pia Nebelsiek den Kuschelhasen gefunden und mitgenommen.

Suche nach zwei Wochen aufgegeben

Sie reinigte den zerzausten Haufen Plüsch, meldete den Fund in diversen Social-Media-Kanälen, um den Besitzer zu finden und schließlich berichtete sogar diese Redaktion über die Geschichte.

So entdeckte Walburga Schnock-Störmer „ihren“ Kuschelhasen ein weiteres Mal und setzte sich mit Pia Nebelsiek in Verbindung. Die glaubte nach zwei Wochen nicht mehr daran, dass sich die alten Besitzer noch melden, und so entschieden die beiden Frauen über die Zukunft von Hasi.

Hasi heißt nun Felix und ist in das Spielzimmer für trauernde Kinder eingezogen. Dort verbringt er seine Tage im Korb für besondere Kuscheltiere umgeben von anderen Kuschelspielzeugen.

Trauernde Kinder sind manchmal sprachlos

Diese Kuscheltiere haben alle eigene Geschichten. Geschichten, die Walburga Schnock-Störmer den trauernden Kindern erzählt. So verkörpert jedes Kuscheltier eine bestimmte Charaktereigenschaft mit der sich Kinder, die jemand Lieben verloren haben, identifizieren können.

Da ist der Affe Tim. Wenn Tim sein Halstuch abnimmt, erkältet er sich und seine Stimme wird ganz kratzig. Er kann dann nicht richtig sprechen. Und er kann nicht ausdrücken was er fühlt, vielleicht wie ein Kind in Trauer.

Oder da ist Max, die Maus, die immer alles in sich hineinfrisst und deshalb einen dicken Bauch hat. Und Fiete, das Schaf. Angelehnt an ein Kinderbuch fragt sich Fiete, wer er eigentlich ist. So wie sich Kinder fragen: „Wer bin ich, ohne Mama?“, sagt Walburga Schnock-Störmer.

Felix wurde einmal sehr geliebt

Diese und weitere Kuscheltiere sind jetzt die Kollegen von Felix. Felix wird in diesem Korb seinem Namen (der Glückliche) alle Ehre machen. „An seinen Abnutzungserscheinungen kann man sehen, dass er einmal sehr geliebt wurde“, sagt Walburga Schnock-Störmer, „trotzdem hat er alles verloren, als er auf der Straße verloren ging.“ Doch das war nicht sein Ende, er wurde gerettet und hat nun ein neues Leben. Felix wird jetzt Kindern, die sich verloren fühlen, Trost spenden.

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