Diabetologe Dr. Michael Herr warnt vor Panikmache

Krebs durch Lantusinsulin

SCHWERTE In Dr. Michael Herrs diabetologischer Schwerpunktpraxis steht das Telefon nicht mehr still. Durch die Medienberichterstattung, das seit 2000 häufig in der Diabetestherapie eingesetzte künstliche Insulin "Lantus" stehe in Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen, sind viele Patienten beunruhigt – gar verängstigt.

von Von Sophie Bissingen

, 02.07.2009, 06:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Diabetologe Dr. Michael Herr warnt vor Panikmache

Das häufig bei Diabetikern in der Therapie eingesetzte Insulinpräparat Lantus steht in Verdacht, Krebs zu fördern.

Die Veröffentlichung einer Studie des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat einen Stein ins Rollen gebracht und sorgt für Panik unter den Betroffenen. "Mir persönlich ist aufgefallen, dass sich dieses Institut bislang bei jedem neuen Insulin abwertend und diskreditierend geäußert hat. Oft geht es dabei ausschließlich um die Kosten. Auch andere moderne Therapieformen, zum Beispiel fortschrittliche Operationstechniken in der Chirurgie, wurden wegen der damit verbundenen Kosten vom IQWiG abgelehnt", ist Herr der Studie gegenüber skeptisch. Er ist der einzige Schwerter Diabetologe und kümmert sich um die Sorgen seiner Patienten, versteht die Ungewissheit, mit der die Patienten derzeit leben müssen. Die europäische Diabetesgesellschaft (EASD) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) haben ein beschleunigtes Verfahren in Gang gesetzt, um mehr Sicherheit herzustellen und fordern dringend weitere Analysen.

"Mein persönlicher Rat besteht darin, Entwicklungen in den nächsten Monaten zu beobachten. Das Lantus-Insulin bleibt für viele Menschen der wichtigste Eckpfeiler in der Diabetestherapie. Die Behandlungserfolge und der damit verbundene Schutz vor den Folgeschäden eines schlecht eingestellten Diabetes sollten nicht aufgrund von vagen Spekulationen gefährdet werden", hofft er die betroffenen Patienten in Schwerte beruhigen zu können und bietet jederzeit seine Hilfe in der Praxis an.

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