Die Attacke auf Steini war kein Einzelfall - auch Hündin Lilly schwer verletzt

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Terrier Steini überlebte die Attacke durch drei Italienische Doggen nur mit Glück. Jetzt meldete sich das Frauchen von Lilly. Ihr Hund war auch von einer der Doggen angegriffen worden

Schwerte, Fröndenberg

, 20.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Wochenende hatten drei große italienische Doggen den kleinen Terrier Steini fast zerfleischt. Nur durch eine Notoperation konnte das Tier gerettet werden. Doch der Terrier war nicht das erste Opfer der großen Hunde. Bereits Anfang Oktober hatte eines der Tiere eine Golden Retriever Hündin lebensgefährlich verletzt. Die Geschichte erinnert an den Vorfall am Wochenende.

Rüde oder Hündin? Und schon war die Leine ab

Am Sonntagnachmittag war die Besitzerin der zehn Jahre alten Hündin Lilly mit ihrem Liebling im Wäldchen oberhalb des Dellwiger Freibades Spazieren.

Dort kam ihr eine Frau mit einer der Cane Corso genannten Doggen entgegen. Was dann passiert beschreibt sie so: Die Frau fragte kurz Rüde oder Hündin und leinte das große Tier schon ab. Ich wollte noch sagen „lieber nicht“, aber da war es schon zu spät. Der große Hund stürzte auf den kleineren Retriever und biss zu. Er habe eine ganze Weile nicht abgelassen. Auch Lilly wurde am Kopf an der Brust und am Vorderlauf schwer verletzt.

Notoperation war nötig

Nur eine Notoperation, übrigens ebenfalls bei Dr. Stefan Wolff in Schwerte, rettete die Hündin. „Auch heute muss Lilly noch zur Nachsorge“, erzählt die Besitzerin. Die Eigentümerin der Italienischen Dogge habe zwar die Nummer der Versicherung rausgerückt und offensichtlich dort den Schaden auch gemeldet. Sie hat es aber so dargestellt, als sei das Spielen der Hunde aus dem Ruder gelaufen. Das war nach Ansicht von Lillys Frauchen nicht so.

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Noch mehr ärgert sie sich aber über das Ordnungsamt in Fröndenberg. Denn das ist zuständig für Dellwig und dort hat sie auch den Vorfall gemeldet. Dort habe man sie aber überhaupt nicht ernst genommen. Dabei hatten uns Zeugen berichtet, dass schon der Angriff auf Lilly nicht der erste Zwischenfall dieser Art mit den riesigen Cane-Corso-Hunden gewesen sei, so die Dellwigerin. Sie versteht nicht, dass es bis heute offensichtlich keine Auflagen für den Besitzer gibt. Die Mitarbeiterin habe nur darauf gedrängt, das ganze schriftlich zu machen und sich an die Polizei zu wenden. Dafür hatte ich damals mit dem schwerverletzten Hund aber keine Zeit, so die Halterin.

Ordnungsamt: Schilderung reichte nicht für Maßnahmen

Beim Fröndenberger Ordnungsamt bestätigte man am Donnerstag, dass es einen Anruf in dieser Sache damals gegeben habe. „Der Punkt war, dass die Anruferin die Angaben nicht so klar und deutlich gemacht hat, dass sie rechtlich beweisbar waren“, erklärt Christoph Börger vom Bürgerservice in Fröndenberg. Grundsätzlich gehe man den Angaben nach.

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In den Akten der Behörde gebe es übrigens neben dem Vorfall mit Steini vom vergangenen Wochenende eine weitere Beißerei, bei der man jetzt ermittle, ob sie den selben Hunden zuzuordnen sei.

Die Rasse Cane-Corso sei im übrigen kein sogenannter Listenhund. Für die gelte also kein Maulkorb und Leinenzwang.

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