Die „Kaiservilla“ ist Schwertes schmalstes Wohnhaus

Schwerter Superlative

Das alte Fachwerkhaus, heute liebevoll „Kaiservilla“ genannt, ist mit gerade mal 3,60 Meter Breite das schmalste Haus Schwertes. Früher gab es sogar nur ein Zimmer - heute ist das anders. Mittlerweile hat ein Anbau das Haus auf eine Tiefe von 12,50 Meter vergrößert.

SCHWERTE

, 01.09.2016, 16:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Einraumfachwerkhaus Mühlenstraße 3 (l.) ist das schmalste Wohngebäude der Stadt. Es ist gerade mal 3,60 Meter breit.

Das Einraumfachwerkhaus Mühlenstraße 3 (l.) ist das schmalste Wohngebäude der Stadt. Es ist gerade mal 3,60 Meter breit.

Zwei Zollstöcke reichen schon bis aufs Nachbargrundstück. 3,60 Meter misst die Fassade des Fachwerkgebäudes Mühlenstraße 3, das Leser Marco Gosewinkel als Superlativ vorschlug: „Es ist das schmalste Haus der Stadt.“ Nur einen einzigen Raum gab es, als das Gemäuer zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet wurde.

„In der Mitte war eine Feuerstelle, und die Leute schliefen im Sitzen an den Seiten“, berichtet die Besitzerin Petra Braune: „Zusammen mit den Hühnern und den anderen Haustieren.“ In der ersten Etage lagerten die Vorräte für den Winter. Alles war eng vor 200 Jahren.

So sieht die „Kaiservilla“ heute aus:

„In der Mühlenstraße wohnten damals Färber und Gerber“, erklärt Heimatvereins-Vorsitzender Uwe Fuhrmann. Weil die für ihre Tätigkeiten viel Wasser benötigten, hatten sie direkt neben dem Mühlenstrang gebaut. Dafür nahmen sie die ständig drohende Überschwemmungsgefahr in Kauf.

Mittlerweile ist das Haus durch einen Anbau auf eine Tiefe von 12,50 Metern gewachsen. Im Erdgeschoss bietet es Platz für Küche, Wohn- und Esszimer sowie Abstellraum. Darüber befinden sich ein Schlafzimmer, ein kleines Zimmer sowie ein Badezimmer. Und der Dachstuhl ist als Hobbyraum ausgebaut. An der Fassade verkündet ein Schild „Kaiservilla“. Petra Braune und ihr Lebensgefährte Martin Schmied regierten 2008 bis 2010 als Kaiserpaar die Schützen von Schwerte-Ost.

 

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