Wenn das rote Licht aufblitzt, wird es meist teuer. Aber im Schnitt noch nicht teuer genug. © picture alliance / dpa
Meinung

Die Knöllchen für Raser sind in Deutschland zu billig

Blitzer sind Abzocke, mit denen die Kommunen ihren Haushalt auffüllen? Das ist Blödsinn, sagt unser Autor und plädiert für die „Radarfalle“ und höhere Bußgelder.

Vorab zu Protokoll: Auch ich bin schon zu schnell Auto gefahren, und auch ich hatte immer eine gute Ausrede dafür. Mal habe ich das Schild nicht gesehen, mal war es besonders eilig, oder ich war auf der Autobahn unterwegs, und die gesamte Kolonne war zu schnell. Dennoch sind die Bußgelder dafür in Deutschland zu niedrig. Geschwindigkeitskontrollen sind richtig und wichtig und Blitzer keine Abzocke.

Die wenigsten Autofahrer kommen auf die Idee, falsch herum in eine Einbahnstraße zu fahren. Falsch herum auf die Autobahn, da weiß jeder: Das ist lebensgefährlich. Aber bei der Geschwindigkeit glauben offensichtlich viele, das sei ein Kavaliersdelikt.

10 km/h können über Leben und Tod entscheiden

Solange man nicht mit 100 km/h in der Tempo-50-Zone unterwegs ist, kann man doch mal, oder? Doch der Unterschied zwischen 30 und 40 km/h kann für einen Fußgänger oder Radfahrer entscheidend sein. Und auch, wenn man selbst noch so aufmerksam Auto fährt. Der Fußgänger ist es vielleicht nicht, aber der Autofahrer ist dann derjenige, der ihn schwer verletzt oder tötet.

Das kann natürlich auch unter Einhaltung aller Regeln passieren, aber seltener. Und wer will schon als Raser für einen tödlichen Unfall verantwortlich sein? In diesem Sinne sind die deutschen Bußgelder sogar noch zu niedrig. Jeder der im Ausland mal zu schnell war, weiß das.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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