Die Pfoten von Villigst: Wer sprühte die mysteriöse Spur durch den Ortsteil von Schwerte?

hzGeheimnisvolle Zeichen

Immer wieder gelbe Pfotenabdrücke. Wer durch Villigst geht, stößt auf Schritt und Tritt auf die Markierungen auf den Bürgersteigen. Was haben sie zu bedeuten? Und wer hat sie aufgesprüht?

Villigst

, 23.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ist ein dicker Kater in einen Topf mit gelber Farbe getapert? Als hätte er anschließend Schritt für Schritt seinen Pfotenabdruck auf den Asphalt gestempelt, zieht sich eine mysteriöse Spur durch Villigst. In Abständen, die auf große Sprünge hindeuten, sind sie auf den Bürgersteigen an der Villigster Straße verteilt. Was das wohl zu bedeuten habe? Darüber geraten Passanten ins Rätseln, wenn sie die Markierungen auf dem Boden entdecken.

Dieter Böhmer kennt die Sprüher mit Namen

Nicht so Dieter Böhmer. Der frühere langjährige Vorsitzende der CDU Villigst kennt die Sprüher, die in seinem Ortsteil unterwegs waren, mit Namen. Denn sie gehören zu seiner Partei. Ihr Anliegen: Den Kindern einen sicheren Weg zum Unterricht zu weisen. „Die Zeichen führen zur Grundschule Villigst“, berichtet Böhmer. Nach Absprache mit Polizei und Stadtverwaltung seien sie im Frühjahr 2019 aufgesprüht worden. Damals sei die Aktion „Sicherer Schulweg“ wieder aufgekommen.

Die CDU Villigst hat die sicheren Wege zur Grundschule in ihrem Ortsteil mit der gelben Farbe markiert.

Die CDU Villigst hat die sicheren Wege zur Grundschule in ihrem Ortsteil mit der gelben Farbe markiert. © Reinhard Schmitz

Vorbild - so berichtet Böhmer - war die CDU im Nachbardorf Ergste, die zuvor eine neue gefahrlose Route zur Grundschule markiert hatte, weil diese von der Kirchstraße zum Derkmannsstück umgezogen war. Dabei hatte man sich für ein Tatzen-Symbol entschieden, das mithilfe einer Schablone mit gelber Farbe auf die Bürgersteige aufgebracht wurde. Die Farbwahl hatte einen Grund: Die spezielle Markierungsfarbe, die auf dem Asphalt Wind und Wetter standhalten muss, wurde nur in diesem einen Ton angeboten.

Vorgänger waren die „Paul-und-Pauline“-Aufkleber

In Villigst ist die Grundschule zwar an der Schulstraße geblieben. Aber die alte Schulweg-Markierung mit den „Paul und Pauline“-Aufklebern, die Böhmer einst mit Sabine Deifuß im Wahlkampfjahr 2009 anbringen ließ, war in die Jahre gekommen. „Bei der Glasfaserverlegung im Winkelstück sind die Bürgersteige komplett neu gemacht worden“, nennt Böhmer ein Beispiel. Dabei seien die Zeichen komplett verschwunden. Andere waren im Laufe der Zeit von der Sonne verblichen oder abgetrampelt. Deshalb habe man einen Plan gemacht und danach die neuen Pfoten auf die Gehwege lackiert.

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Das war einfacher und erheblich billiger als die „Paul-und-Pauline“-Aufkleber, die auf Anregung des Ersten stellvertretenden Bürgermeisters Jürgen Paul mithilfe von Sponsoren zwischen 2008 und 2012 als Wegweiser zu allen Schwerter Grundschulen auf die Gehwege geschweißt wurden. Damit belebte er eine Idee aus den 1980er-Jahren neu. Damals hatte der Polizist Heinrich Lauterbach, besser bekannt als „der lange Lauterbach“, die Schulwege mit runden Herzchen-Aufklebern markieren lassen.

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