Nur die Erinnerung bleibt an die Schwerter, die im Jahr 2020 gestorben sind. © Bernd Paulitschke
Rückblick 2020

Diese bekannten Persönlichkeiten sind 2020 in Schwerte gestorben

Große Lücken in Vereinen, Nachbarschaften und Kirchengemeinden haben Schwerter hinterlassen, die 2020 gestorben sind. Ihre Namen und Leistungen werden mit der Ruhrstadt verbunden bleiben.

Der Zahnarzt Dr. Wolf-Hasso Kaltenegger starb am 3. Januar 2020 im Alter von 80 Jahren. Für die Westhofener ist seine Praxis, die von seinem Sohn Dr. Hellmut Kaltenegger in dritter Generation weitergeführt wird, eine Institution. Auch über die berufliche Tätigkeit hinaus war der Gestorbene seinem Ortsteil in vielerlei Hinsicht verbunden. Sei es in der Schützenbürgerwehr Freiheit Westhofen, wo er der 4. Kompanie angehörte, oder in der Östlichen Nachbarschaft, wo der Besuch der traditionellen Sup-Peiter-Feier ein Fixtermin war.

Dr. Wolf-Hasso Kaltenegger.
Dr. Wolf-Hasso Kaltenegger. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Der Vorsitzende der Hospiz-Initiative Schwerte, Dr. Ludger Wolfgart, starb am 12. Januar 2020 im Alter von nur 64 Jahren. Von 1998 bis 2000 und noch einmal von 2006 bis zu seinem Tode leitete er die Hospiz-Initiative. In der zweiten Periode wirkte er gleichzeitig als Stiftungsratsvorsitzender der Hospiz-Stiftung, die die Einrichtung am Alten Dortmunder Weg mitfinanziert.

Gleichzeitig gelang es ihm, die Bildung des Schwerter Hospiz-Netzes mit weiteren Institutionen wie Marienkrankenhaus und niedergelassenen Ärzten zu initiieren. Beruflich war er Journalist und beim Berufsverband Deutscher Stahlhandel in Düsseldorf als Bereichsleiter der Berufsbildung sowie als Redakteur des „Stahlreport“ tätig.

Dr. Ludger Wolfgart.
Dr. Ludger Wolfgart. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Die Rechtsanwältin und Notarin Margret Wilkes starb in der Nacht zum 23. März 2020 kurz vor ihrem 64. Geburtstag nach langer Krankheit im Hospiz. Gut drei Jahrzehnte lang führte sie den Vorsitz des Sozialdienstes Katholischer Frauen und war auch sonst in der Mariengemeinde vielfältig aktiv: So organisierte sie die Kommunionhelfer für die Gottesdienste und gehörte dem Pfarrgemeinderat viele Jahre an. Darüber hinaus engagierte sich die Juristin im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft (GWG), wo sie 15 Jahre lang im Aufsichtsrat saß.

Rechtsanwältin Margret Wilkes.
Rechtsanwältin Margret Wilkes. © Bodo Brauer (A) © Bodo Brauer (A)

Der Mitgründer und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (Agon), Wolfgang Pitzer, starb am 16. März 2020 nach langer Krankheit im Alter von nur 65 Jahren. Viele kennen ihn auch als das freundliche Gesicht vom Bahnhof Schwerte, wo er 34 Jahre lang im Reisezentrum kompetent und hilfsbereit für seine Fahrgäste da war.

Er kümmerte sich immer – ob es um lockere Bodenplatten ging oder um verlorene Sachen im Zug. Einmal ließ er sogar von seinen Hagener Kollegen einen Kinderwagen samt Baby aus dem Zug holen und zu seiner Mutter zurückbringen. Bei der Agon galt er besonders als Experte für Eulen und Käuze. 1994 hatte er den Umweltschutzpreis der Stadt erhalten.

Wolfgang Pitzer.
Wolfgang Pitzer. © Reinhard Schmitz (A) © Reinhard Schmitz (A)

Der Ehrenvorsitzende der Städtepartnerschaftgesellschaft Schwerte, Dr. Rolf Massin, starb am 31. März 2020 in seiner Wahlheimat Frankreich im Alter von 80 Jahren. Geboren in Tschechien, lebte er lange in Deutschland und zuletzt in Frankreich. Er war er ein Europäer durch und durch und ein Verfechter der Völkerfreundschaft. Viele Jahre seines beruflichen Wirkens verbrachte der Lehrer, der am Hagener Ricarda-Huch-Gymnasium Französisch und Englisch unterrichtete, in afrikanischen Ländern. Nach seiner Pensionierung zog er von Geisecke in sein Feriendomizil in der Nähe von Narbonne.

Dr. Rolf Massin.
Dr. Rolf Massin. © RN-Archiv © RN-Archiv

Handball war die Leidenschaft von Max-Otto Wittershagen, der am 2. April 2020 im Alter von 75 Jahren starb. Der Turnverein Jahn Rot-Weiß verlor eines seiner verdientesten Mitglieder. Schon im Alter von zehn Jahren war er in den damaligen TV Jahn Schwerterheide eingetreten, wo er von der Schülermannschaft bis zur ersten Mannschaft aufstieg. Größter Erfolg war 1964 die Stadtmeisterschaft im Feldhandball und der Aufstieg in die Südwestfalenliga. 1980 erhielt er die Goldene Ehrennadel des Handballkreises.

Max-Otto Wittershagen.
Max-Otto Wittershagen. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

Der langjährige Geschäftsführer des Marienkrankenhauses, Franz-Josef Beyer, starb am 5. Juni 2020 im Alter von 83 Jahren. Er hat die Entwicklung der Klinik geprägt, nachdem er 1974 als Verwaltungsleiter angetreten war. Mit der Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH wurde der Diplomkaufmann 1990 zum Geschäftsführer bestellt.

Unter seiner Leitung entwickelte sich das Krankenhaus zu einem der führenden Häuser der Region. Die Zahl der Patienten und der Beschäftigten verdoppelte sich, der Umsatz stieg um das Viereinhalbfache. Dabei lag es dem Gestorbenen stets am Herzen, ein Klima von Vertrauen und Menschlichkeit zu schaffen, um den Patienten die bestmögliche Medizin und Pflege zukommen zu lassen.

Franz-Josef Beyer.
Franz-Josef Beyer. © Marienkrankenhaus Schwerte © Marienkrankenhaus Schwerte

Der Heimatforscher Jürgen Grewe starb im Juli 2020 im Alter von 72 Jahren. Kaum ein anderer konnte so viel über die Altstadt und ihre schlimmste Stunde, die Möhne-Katastrophe 1943, berichten wie der pensionierte Postbeamte. In seinem Fachwerkhaus an der Mühlenstraße 22 war damals seine Großmutter in den Fluten umgekommen. Fest verwurzelt in seiner Nachbarschaft, engagierte sich der Gestorbene auch im Schicht 1, wo er 1995 Schichtmeister war. In den 1980er-Jahren hatte er bereits das alljährliche Adventssingen vor der alten Mühle organisiert.

Jürgen Grewe.
Jürgen Grewe. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Ein Geisecker Urgestein war Werner Stoffel, der am 22. September 2020 im Alter von 94 Jahren gestorben ist. Er plantschte 1937/38 in dem gerade ausgebuddelten Stausee am Wasserwerk, erlebte die Zerstörung seines Arbeitsplatzes im riesigen Rangierbahnhof im Zweiten Weltkrieg und war einer der Männer, die in Friedenszeiten den Bürgerschützenverein Lichtendorf-Geisecke wieder neu gründeten. Der Eisenbahner konnte aber auch von dem Rekordwinter 1956 erzählen, wo er über den zugefrorenen Hengsteysee zum anderen Ufer gegangen war. Noch bekannter war er als nebenberuflicher Vertrauensmann der DEVK Versicherung, für die er 60 Jahre lang tätig gewesen ist.

Werner Stoffel.
Werner Stoffel. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Ein erfolgreicher Kanute, ein verdienter Funktionär des Kanu- und Surf-Vereins Schwerte (KVS) und ein Kommunalpolitiker war Werner Rosener, der am 2. Oktober 2020 im Alter von 73 Jahren starb. Noch wenige Wochen zuvor war er bei der Kommunalwahl für die WfS, für die er zuletzt im Schul- und Sportausschuss saß, angetreten.

Noch größere Fußstapfen als in der Politik hinterlässt Werner Rosener jedoch beim KVS. In den 1960er-Jahren gehörte er zu den erfolgreichsten Slalomfahrern des Vereins und errang nationale und internationaler Erfolge. Größter Triumph war 1969 bei der Weltmeisterschaft die Bronzemedaille im Einzel- und Mannschaftswettbewerb. Von 2007 bis 2014 leitete er zudem noch den Verein als Vorsitzender.

Werner Rosener.
Werner Rosener. © RN-Archiv © RN-Archiv

Das Restaurant Blumenhain erweckte der Gastronom Esed Trako, der am 3. November 2020 überraschend im Alter von nur 62 Jahren starb, nach jahrelangem Leerstand zu neuem Glanz. Das komplette Traditionshaus an der Bergstraße samt der Terrassen am Waldrand hatte er liebevoll renoviert, nachdem er es im Jahr 2015 gekauft hatte. Ein ähnliches Projekt hatte der Gestorbene bereits drei Jahrzehnte zuvor gemeistert, als er das historische Lokal Alt-Syburg an der Hohensyburgstraße übernommen hatte. Auf dem Syburger Friedhof fand er auch seine letzte Ruhestätte.

Esed Trako.
Esed Trako. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Die Kulturszene war schockiert, als der Liedermacher und Kabarettist Fred Ape am 9. November 2020 völlig überraschend im Alter von 67 Jahren starb. Der gelernte Sozialarbeiter, der als Profi-Musiker mit der Folk-Rock-Gruppe „Ape, Beck und Brinkmann“ große Bekanntheit erworben hatte, war 1988 Mitarbeiter im städtischen Kulturamt geworden, wo er die Kleinkunstreihe mit aufbaute.

Gleichzeitig feierte er musikalische Erfolge mit seinem Duo-Partner Guntmar Feuerstein. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Rathausdienst blieb er der Ruhrstadt verbunden, war oft in der Rohrmeisterei mit seiner Gitarrre zu erleben – sei es in der Reihe „Rohrmeisterei unplugged“ oder in der Ruhrgebiets-Show „Nachtschnittchen“. Zuletzt hatte er noch im August bei Jörg Rosts Kultur-Aktion „Ne Runde um’n Block“ mitgewirkt.

Fred Ape.
Fred Ape. © Andre Noll © Andre Noll

Die schmucke St.-Monika-Kirche in Ergste erinnert an das unermüdliche Schaffen von Josef Deppe, der am 22. November 2020 im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Damit verlor die Katholische Kirchengemeinde eines ihrer aktivsten Mitglieder, das das Gemeindeleben jahrzehntelang mitgeprägt hat. Er kümmerte sich um die Messdienerarbeit, die Ferienfreizeit, die Sternsingeraktion, die Pfarrfeste, war Mitglied im Pfarrgemeinderat und langjähriger Vorsitzender der Kolpingsfamilie. Am sichtbarsten bleibt sein Engagement aber bei der 1989 eingeweihten Kirche, für deren Bau er sich so lange eingesetzt hatte.

Josef Deppe.
Josef Deppe. © Reinhard Kahrmann © Reinhard Kahrmann

Einer der größten Fußballer, den Schwerte je hervorgebracht hat, war Gerd Land, der am 23. Dezember 2020 im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Das Eigengewächs des VfL Schwerte erwarb sich schon in jungen Jahren eine Ruf als exzellenter Techniker weit über die Stadtgrenzen hinaus. Anfang der 60er-Jahre wechselte er in das Seniorenteam, das in der Verbandsliga Westfalen kickte – damals dritthöchste Spielklasse und höchste Amateurliga.

In der Saison 66/67 wurde er zum Mannschaftskapitän ernannt. Es war die glorreichste Zeit des VfL, als 1500 Schlachtenbummler zu den Spielen am Schützenhof pilgerten, bei großen Gegnern sogar 3000 Fans. Später wirkte der Gestorbene noch als Trainer in Kalthof, Hohenlimburg und Wandhofen.

Gerd Land.
Gerd Land. © Archiv © Archiv
Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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