Eine 54-jährige Schwerterin musste sich vor dem Amtsgericht verantworten. © Manuela Schwerte
Amtsgericht

„Drecksau“: 54-jährige Schwerterin wegen Beamtenbeleidigung verurteilt

Eigentlich wollte eine Schwerterin ihren Sohn besuchen. Als aber ein Polizist die Tür der Wohnung öffnete, eskalierte die Situation. Nun wurde die 54-Jährige wegen Beleidigung verurteilt.

Am 8. Juli wollte eine 54-Jährige ihren Sohn besuchen. Doch sie bekam ihn zunächst gar nicht zu Gesicht. Denn: Die Frau geriet in einen Polizeieinsatz in der Schwerter Wohnung des Sohnes. Sie klingelte. Statt ihres Sprösslings öffnete allerdings ein Polizist die Tür.

„Im Eifer des Gefechts“

Laut Angaben der 54-Jährigen trug er keine Uniform, sondern war in zivil. „Er hat mich direkt angegangen“, erklärt die Frau im Amtsgericht Schwerte. Dort muss sie sich wegen Beleidigung verantworten. „Im Eifer des Gefechts“, wie die Schwerterin angibt, hatte sie den Polizisten als „Drecksau“ bezeichnet.

Sie sei entsetzt über das brutale Vorgehen des Mannes gewesen. Er habe sich nicht vorgestellt, sondern sie sofort an die Wand gedrückt. Während die Angeklagte davon berichtet, wird sie immer aufgeregter, ihre Stimme immer lauter. Sie redet sich so in Rage, dass sie sogar der Richterin und der Vertreterin der Staatsanwaltschaft über den Mund fährt.

Schwerterin hatte 16 Vorstrafen

Für die Beleidigung war der Schwerterin ein Strafbefehl über 20 Tagessätze zu je 20 Euro zugegangen. Mit diesen 400 Euro war die Angeklagte nicht einverstanden und legte Einspruch ein. Im Gericht wird ihr von Richterin und Vertreterin der Staatsanwaltschaft geraten, den Einspruch zurückzunehmen. Die Beleidigung sei nachgewiesen, so die Vorsitzende.

Mit Blick auf 16 Vorstrafen könnte die Frau froh sein über die Strafhöhe. „20 Tagessätze, das ist sehr niedrig“, erklärt die Richterin. Von einem „Sonderangebot“ spricht gar die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Am Ende nutzt die 54-Jährige ihre Chance und nimmt den Einspruch zurück.

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