Dreiste Masche: Falsche Polizeibeamte am Telefon schlagen wieder in Schwerte zu

hzPsychologischer Terror

Ältere Menschen werden wieder von Unbekannten angerufen, die sich als Polizeibeamte ausgeben. In Schwerte waren die Täter schon erfolgreich. Die Methoden der Betrüger werden immer dreister.

Schwerte

, 17.06.2019, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sorge der Polizei ist nicht neu - schon vor Monaten wurde vor Betrügern am Telefon gewarnt, die geschickt an das Bargeld von Senioren gelangen wollen. Jetzt gehen bei der Polizei im Kreis Unna wieder vermehrt Anzeigen über solche Betrugsversuche ein, wie die Kreispolizeibehörde am Montag mitteilte.

Für das gesamte Gebiet gingen demnach seit Anfang Juni 24 Meldungen ein. Hauptsächlich scheinen die Täter aber in Schwerte zu versuchen, ältere Menschen zu Vermögen und Kontodaten zu befragen. Dabei geben sich die unbekannten Anrufer selbst als Polizeibeamten aus.

Die falschen Polizeibeamten gehen perfide vor: Am Telefon schildern sie die Festnahme von Einbruchsbanden aus dem Ausland, bei denen angeblich Listen möglicher Einbruchsopfer gefunden wurden. Sie fordern ihre Opfer auf, sämtliche Wertgegenstände und ihr Geld „vorübergehend“ an einen Kollegen vor Ort zu übergeben.

Schweigen gegenüber Bankangestellten wird erzwungen

Besonders leicht zu beeinflussende Opfer werden sogar dazu gebracht, ihr gesamtes Geld von der Bank abzuholen, da zu den angeblichen Straftätern auch Bankangestellte gehören sollen.

„Leider kam es in Schwerte in zwei Fällen dazu, dass die Geschädigten unbekannten Personen hohe Bargeldsummen übergaben“, heißt es von der Kreispolizei in Unna. Unter dem Vorwand, der Kriminalbeamte müsse dringend die Seriennnummern von Geldscheinen überprüfen, konnte der falsche Polizist Schwarz dem Senior nicht nur persönliche Details über sein Vermögen entlocken. Er konnte ihn sogar dazu bringen, hohe Geldsummen von seinem Konto abzuheben.

Und die Täter wurde noch dreister: Bei diesem Opfer versuchten sie es gleich noch ein zweites Mal. Nur einem aufmerksamen Bankangestellten sei es zu verdanken, dass es nicht noch einmal geklappt hat, erklärt Thomas Röwekamp von der Kreispolizeibehörde Unna: „Beim ersten Mal hat das Opfer noch Geld von der Bank bekommen. Das Geld wurde leider im Anschluss an die Betrüger übergeben. Beim zweiten Versuch, eine hohe Summe abzuheben, wurde ein Bankangestellter stutzig und hat ihm das Geld verweigert.“ Zum Glück, sagt Röwekamp. „Wir informieren auch die Banken, dass sie aufmerksam sein sollen - besonders, wenn ältere Kunden hohe Summen abheben sollen.“

Täter terrorisieren ihre Opfer tagelang

In geschickter und überzeugender Art und Weise versuchen die Täter, ihre Opfer zu überzeugen. Man könne durchaus von psychologischem Terror sprechen, sagt Thomas Röwekamp.

„Durch mehrere, stundenlange und sogar tagelange Telefonanrufe erhöhen die Anrufer den psychischen Druck auf ihre Opfer, damit diese keinen klaren Gedanken mehr fassen können. Die Täter gehen vollkommen skrupellos und erfindungsreich vor, je nach mentaler Verfassung des Opfers und dessen Reaktionen“, heißt es auf der Homepage der Polizei NRW. Teilweise dauern die Telefonate so lange an, bis Bargeld und andere Wertgegenstände übergeben werden.

Verschiedene Maschen machen die Ermittlungen schwierig

Zusätzlich kompliziert wird die Suche nach den Tätern, weil es verschiedene Maschen gibt: „In manchen Fällen schicken die Betrüger jemanden mit dem Taxi vorbei, der die Opfer dann zu Bank bringt. Oft findet die Übergabge auch direkt dort statt, die Senioren werden dann von einem falschen Polizeibeamten abgefangen. Manchmal stehen die Täter auch vor der Wohnungstür“, erklärt Röwekamp das Vorgehen. Fest steht aber: Die Chance, das Geld wiederzubekommen geht gegen Null. „Dann müssten wir den Täter direkt mit dem Geld erwischen.“

Die Polizei rät: „Warnen Sie auch Ihre Freunde und Verwandten und geben Sie niemals persönliche Daten am Telefon weiter. Kein echter Polizeibeamter würde so etwas telefonisch mit Ihnen klären. Wenn Sie unsicher sind, legen Sie auf und rufen Sie 110 an. Lassen Sie sich von den Tätern nicht hinhalten, auch wenn diese noch so eindringlich und manches Mal auch äußerst frech auf Sie einreden.“

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Polizei für den Kreis Unna.

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