Drogen an Polizeispitzel verkauft: Dealer kann am Ende erleichtert aufatmen

hzLandgericht Hagen

Große Erleichterung bei einem Drogendealer aus Schwerte. Das Hagener Landgericht verurteilt den Mann „nur“ zu drei Jahren Haft und lässt ihn sogar gegen Kaution vorerst frei.

Schwerte

, 06.06.2019, 14:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hätten sich sämtliche Anklagevorwürfe im Prozess bestätigt, wäre der 26-jährige Angeklagte mit Sicherheit nicht so glimpflich davongekommen. Von kiloschweren Geschäften mit Marihuana war darin die Rede. Und vor allem davon, dass der junge Schwerter zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder eine regelrechte Bande gebildet habe. Das alles ließ sich am Ende aber nicht halten.

Fakt ist jedoch, dass der Schwerter über längere Zeit Marihuana-Geschäfte abgewickelt hat. Und Tatsache ist auch, dass er bei der Auswahl seiner Kunden durchaus hätte vorsichtiger sein müssen. Die meisten Abnehmer waren nämlich Spitzel, die von der Polizei angeworben worden waren und nur deshalb auch über das nötige Geld verfügten.

Die 5000-Euro-Kaution gab es bar im Umschlag

Diese sogenannten „Scheinkäufer“ nannten sich Heidi oder Benni und hatten im Grunde nur eines im Sinn: den Angeklagten zu überführen.

Am Ende des Prozesses war es dann aber doch der 26-Jährige, der strahlte. Seine Verteidiger Christian Simonis und Karsten Possemeyer hatten zum Tag der Urteilsverkündung einen Umschlag von seiner Familie überreicht bekommen. Darin steckten 5000 Euro in bar - die Eintrittskarte des Schwerters in die Freiheit.

In einigen Wochen wird sich der junge Mann allerdings doch wieder zum Antritt seiner Reststrafe melden müssen.

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