Ein Spaziergang fünf Meter unter dem Wasserspiegel

Wehranlage Hengsen

SCHWERTE Fünf Meter unter dem Wasserspiegel führt das geheimnisvolle Bauwerk an der Wehranlage Hengsen unter der Ruhr hindurch. Allerdings weder für Schmuggler noch für andere dunkle Gestalten.

von Von Reinhard Schmitz

, 08.07.2009, 18:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Spaziergang fünf Meter unter dem Wasserspiegel

Die Luft ist feucht, der Boden glitschig. Hin und wieder fällt ein Wassertropfen von der Decke.

Hin und wieder fällt ein Wassertropfen von der Decke. Das schummrige Licht der Schiffsarmaturen wirft lange Schatten. Die Alarmanlage piepst sofort wie verrückt, als Ulrike Hütter die grüne Blechtür zum Schwerter Brückenkopf öffnet, der sich wie ein Schiffsbug gegen den Fluss stemmt. "Ich habe den Kollegen in der Leitstelle vorher Bescheid gesagt", beruhigt die WWW-Sprecherin und verschwindet unter einer Metall-Falltür. Eine Aluleiter endet nach neun Sprossen vor einer Betontreppe. Immer feuchter wird die Luft mit jeder der 31 Stufen. Ein wenig glitschig der Boden, auf dem sich winzige Tropfsteine zu bilden scheinen. Wie gut, dass ein hölzerner Handlauf den Abstieg in die Unterwelt sichert.

Ein Schritt um die Ecke, und schon öffnet sich der gut 50 Meter lange Tunnel, begleitet von einer offenen Wasserrinne. In seiner Mitte zweigt eine Treppe zum Mittelpfeiler des Wehrs ab. Doch wir schreiten noch weiter im Echo unserer Fußtritte, bis das Tageslicht vom Iserlohner Ufer grüßt. Mit einem Hauch von Gischt sprüht der Fluss die 6,50 Meter hohe Staustufe hinunter. "Das ist in Schwerte der einzige Gang", beschreibt Ulrike Hütter die Einmaligkeit des Erlebnisses, trockenen Fußes unter der Ruhr hindurch zu spazieren. Das Wehr in Westhofen verfügt über einen kleinen Laufsteg. In Villigst muss man einen Umweg fahren. "Oder schwimmen", lacht die Sprecherin. 

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