Autor Jörg Przystow las im Mainmix-Studio selbst den Text für das Hörbuch seines Krimimalromans „Klaska und die Anwältin". © Reinhard Schmitz
Krimi aus Schwerte

Eine Stimme für Fahnder Klaska: Jörg Przystow macht Krimi zum Hörbuch

Umblättern gespart. Einfach nur zuhören, wie Klaska seinen Fall löst. Beim Abwasch, auf der Terrasse, beim Autofahren. Jörg Przystow macht seinen Krimi zum Hörbuch. Er wurde darum gebeten.

Mit dem Mikrofon ist er auf du und du. Bei Pannekaukenfesten, Sportlerehrungen, Wahlpartys und hunderterlei anderen Veranstaltungen ist er als Moderator um kein Wort verlegen. Doch jetzt war es eine ganz neue Situation, als Jörg Przystow vor dem Aufnahmegerät saß. Im Mainmix-Studio in Ergste las er seinen Kriminalroman „Klaska und die Anwältin“ für die Produktion einer Hörbuchfassung vor.

Immer wieder hieß es: „Nochmal von vorn, bitte“

An mehreren Studiotagen musste sich der Autor und Polizist den Mund fusselig reden, um das Buch von Anfang bis Ende einzusprechen. „Nochmal von vorn, bitte“, wurde er immer wieder aus dem Regieraum aufgefordert. Bis alles fehlerfrei war, mussten nicht nur Sätze, sondern auch ganze Absätze und komplette Seiten immer wieder neu vorgetragen werden. Denn Tonmeister Andreas Burghardt blieb auf der anderen Seite der Studioscheibe keine noch so kleine Unsauberkeit verborgen. „Er hat mich so häufig korrigiert, weil ich mit meinem sauerländischen Ruhrpott-Slang einfach oft daneben lag. Das ,g´ am Ende eines Wortes sprach ich zum Beispiel immer als ,ch´“, berichtet Jörg Przystow. Am Ende habe er kaum noch Stimme gehabt.

Andreas Burghardt (l.) und Lucas Flock nahmen im Ergster Tonstudio ihrer Firma Mainmix die Hörbuchfassung des Krimis „Klaska und die Anwältin
Andreas Burghardt (l.) und Lucas Flock nahmen im Ergster Tonstudio ihrer Firma Mainmix die Hörbuchfassung des Krimis „Klaska und die Anwältin” auf. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Nachdem die Aufnahmen auf dem Band sind, ist jetzt der Feinschliff von Tonmeister Burghardt gefragt. Danach startet die Vermarktung, bei der Jörg Przystow den Gewinn der Firma Mainmix überlassen möchte, die Technik, Können und Arbeitszeit eingebracht habe. Auch der Anstoß zu dem Projekt war von dem Unternehmen gekommen, das nach neuen Tätigkeitsfeldern sucht, nachdem Corona die Eventbranche zum Erliegen gebracht hat.

Der Anstoß zu dem Hörbuch kam von der Firma Mainmix

„Mainmix ist an uns herangetreten und hat gefragt, ob wir das nicht mal auf den Weg bringen wollen“, erzählt Jörg Przystow. Die Firmen-Inhaber Lucas Flock und Andreas Burghardt versorgen normalerweise große Stadtfeste und Konzerte mit Bühne, Licht und Technik. Doch alles das darf in Pandemiezeiten nicht stattfinden. Um dem firmeneigenen Tonstudio eine gewisse Auslastung zu geben, entstand die Idee, auch Hörbücher zu produzieren.

Ein Test war die Aufnahme des Erstlingswerks von Jörg Przystow, das Anfang Dezember in gedruckter Form erschienen war. Zur Erinnerung: „Klaska und die Anwältin“ lösen in dem Kriminalroman ihren ersten gemeinsamen Fall. Er, Ex-Polizist und nun Privatermittler und sie, eine erfahrene Rechtsanwältin, wollen einer Witwe zu ihrem Recht verhelfen.

Der zweite Kriminalroman ist schon in Arbeit

„Es war und ist ein Buchprojekt“, betont Jörg Przystow immer noch: „Wir haben uns einfach getraut, eine Idee umzusetzen und so habe ich über Monate geschrieben, wie jetzt auch aktuell schon wieder am zweiten Fall, einer weiteren Klaska-Ausgabe.“ Es wird ein Mord in der Drogenszene, der im Ruhrtal passiert. „So werden die Örtlichkeiten einen Schwerpunkt in Schwerte und Dortmund haben“, verrät der Autor, der die ersten acht Kapitel bereits getippt hat. Als Erscheinungstermin hat er den Sommer im Blick. Auf der Liegewiese im Elsebad in der Sonne braten und dabei den Klaska-Krimi schmökern, das wär‘ doch was.

Als gedrucktes Buch ist der Krimi von Jörg Przystow immer noch bei Buchhändler Olaf Bachmann an der Mährstraße zu haben.
Als gedrucktes Buch ist der Krimi von Jörg Przystow immer noch bei Buchhändler Olaf Bachmann an der Mährstraße zu haben. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Mit dem Verkauf des ersten Bandes ist Jörg Przystow zufrieden. „Wir hatten ja auf eigene Kosten zunächst 300 Exemplare drucken lassen, von denen bis auf wenige Bücher alle gut verkauft wurden“, berichtet er: „Dann kam der Lockdown.“ Das bis dahin gute Verkaufsergebnis sei auch dem Engagement der Schwerter Buchhandlungen Bücher Bachmann und Ruhrtalbuchhandlung zu verdanken sowie den weiteren Verkaufsstellen Wolkenlos Homestyle, Café Herrlich, Frisör am Markt Carmen und Fleischerei Kleiner.

Es ist noch eine Lesung für den „Weissen Ring“ geplant

Von dem Erlös sollte die Opferschutz-Organisation „Weisser Ring“ unterstützt werden. Zwischenzeitlich sei die erste Summe wie versprochen gespendet worden, sagt der Autor. Zusammen mit Reinhard Streibel aus Schwerte, der sich für den „Weissen Ring“ einsetzt, sei darüberhinaus noch eine Lesung zugunsten von Kriminalitätsopfern geplant. Daran werde sich Olaf Bachmann beteiligen.

Und was macht der Autor, Moderator und Polizei-Hauptkommissar sonst noch? „Zu moderieren gibt es seit Februar 2020 nichts mehr“, sagt er: „Gut, dass ich nicht wie die vielen Musiker und überhaupt Kulturschaffende davon leben muss.“ Am Freitag (19.2.) 60 Jahre alt geworden, möchte er als dienstältester Polizist der Schwerter Polizeiwache noch zwei Jahre weiterarbeiten: „Bin jetzt dort praktisch der Opa.“ Seit 1985 ist er bereits auf seiner Lieblingswache, wie er mit Stolz sagt. Wenn er gesund bleibe, wolle er dort noch bleiben.

Die Planungen für das nächste Pannenkaukenfest stehen

Darüber hinaus ist das Unterstützen von Projekten in seiner Stadt für Jörg Przystow eine Herzensangelegenheit, unter anderem für die Kinder-Trauerbegleitung des Leuchtturm-Vereins, für den er seit einigen Jahren Botschafter ist. Der Neven-Subotic-Stiftung des früheren BVB-Profis habe er im vergangenen Jahr ebenfalls seine Hilfe angeboten. Und wenn es im Herbst noch mal ein Pannekaukenfest geben sollte, stehe dafür bereits die Planung mit allen anderen ehrenamtlichen Helfern.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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