Entschuldigung beim Opfer steht weiter aus

Mordversuch an JVA-Beamten

SCHWERTE Stumm verfolgte der wegen Mordversuchs an einem Wachmann des Jugendgefängnisses in Drüpplingsen angeklagte Münsteraner am Montag am Landgericht Hagen die Zeugenaussage des Opfers. Nicht einmal ein Wort der Entschuldigung wollte der 21-Jährige sprechen – aus Rücksicht auf die schwer angeschlagene Gesundheit des 46-Jährigen.

von Von Martin von Braunschweig

, 14.07.2009, 06:35 Uhr / Lesedauer: 1 min

An eine Rückkehr an seinen Arbeitsplatz ist derzeit absolut nicht zu denken. "Das schaffe ich nicht", sagte der Zeuge. Er ist bereits mehrmals von einem Amtsarzt untersucht worden. Weitere Arztbesuche sind schon fest eingeplant. Darüber hinaus macht der Mann eine ambulante Psychotherapie. Doch auch die schütze ihn nicht vor einem schlimmen Erlebnis vor rund drei Wochen. Mitten in der Nacht sah er plötzlich das grinsende Gesicht des Münsteraners. "So stand er damals vor mir, unmittelbar bevor ich den ersten Schlag abbekam", sagte der 49-Jährige. Die nächtliche Reaktion war jedenfalls verheerend. Der Wachmann bekam eine Panikattacke, die ihn nachhaltig beeindruckte. "Es war, als würde ich alles noch einmal erleben", sagte er den Richtern mit leiser Stimme. "Ich habe geglaubt, ich müsste gleich sterben."

Deshalb brachte es der Wachmann auch am Montag nicht fertig, die beiden Angeklagten länger als einen kurzen Moment anzusehen. Beide verzichteten daher auf ihre geplante Entschuldigung. Allerdings beharren sie weiterhin darauf, dass der jeweils andere die treibende Kraft der Tat gewesen sei.

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