Ernst Schmerbecks Party zum 90. Geburtstag musste ausfallen

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Ernst Schmerbeck hat die Entwicklung Schwertes jahrzehntelang geprägt. Zum 90. Geburtstag wäre eine große Party angemessen gewesen. Doch der ehemalige Stadtdirektor blieb brav zuhause.

Schwerte

, 14.04.2020, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Telefon stand nicht still. Wer am Dienstag (14. April) Ernst Schmerbeck anrufen wollte, kämpfte mit dem Besetzt-Zeichen. Und manchmal klingelte es sogar an der Tür. Einmal, als seine Nachbarn ihm eine Ständchen sangen – auf Distanz natürlich.

Der 90. Geburtstag von Ernst Schmerbeck war turbulent, aber völlig anders als geplant. Eigentlich wollte er zusammen mit Kindern, Enkeln und Urenkeln in Süddeutschland feiern, in extra angemieteten Räumen eines Hotels.

Mehr Zeit für den Garten

Doch da hat das Corona-Virus einen Strich durch die Rechnung gemacht. Stattdessen feierte Schmerbeck zusammen mit seiner Frau in der virusbedingt auferlegten, heimischen Isolation. Mit einem Mittagessen, dessen Zutaten ein Nachbar für die Senioren eingekauft hatte. Ob und wann die Geburtstagsparty nachgeholt wird, hat Schmerbeck noch nicht entschieden.

In der Corona-Krise findet Schmerbeck viel Zeit für seinen Garten und zum Aufräumen, wie er sagt. Denn in den Jahren seines politischen und ehrenamtlichen Wirkens hat sich viel angesammelt. Material, das zeigt, wie viele Spuren Schmerbeck in Schwerte hinterlassen hat.

Amtsdirektor für Westhofen

Das begann spätestens ab 1961, als Schmerbeck als Amtsdirektor für Westhofen verantwortlich wurde. Er holte die Volkshochschule nach Westhofen und leitete die Gründung der Musikschule ein. Nach der Kommunalen Neuordnung 1975 wurden beide Schulen Schwerter Institutionen.

Auch die über viele Jahrzehnte in Schwerte gültige Schullandschaft geht auf Schmerbecks Arbeit am „3. Schulentwicklungsplan“ Anfang der 70er-Jahre zurück. „Eine schwierige Aufgabe“, sagt Schmerbeck heute. Denn es mussten Schulen für ein Schwerte geplant werden, dessen spätere Grenzen noch gar nicht bekannt waren.

Klimaplan schon in den 80er-Jahren

Ende der 80er-Jahre erlangte Stadtdirektor Schmerbeck in Fachkreisen überregionale Bekanntheit, als Schwerte Pionierarbeit mit einem kommunalen Klimaplan leistete. „Es gab Anfragen aus ganz Europa“, erinnert sich Schmerbeck. „Leider ist das Projekt später eingeschlafen“.

Nach Ende seiner beruflichen Laufbahn übernahm er weitere prägende Ämter. „Der Schmerbeck, der hat doch Zeit, hieß es damals“, sagt er heute. Und so baute er unter anderem noch heute wichtige Projekte wie das Stadtmarketing und das Freiwilligenzentrum „Die Börse“ auf.

Vor fünf Jahren begann er dann damit, sich aus seinen zahlreichen Ehrenämtern zurückzuziehen. „Es war Zeit für neue Ideen“, meint Schmerbeck.

Jetzt hofft Ernst Schmerbeck auf ein baldiges Ende der Corona-Krise. Denn der Hobby-Koch sehnt sich danach, wieder selbst einkaufen zu können und auf dem Markt frisches Gemüse selbst anfassen und aussuchen zu dürfen.

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