Friseurmeisterin Diana Sütterlin und ihr Ehemann Pascal Goria im Salon an der Hörder Straße. © Reinhard Schmitz
Schnelltests

Erst ins Testzentrum, dann zur Kosmetik: „Das ist nicht praktikabel“

Für einen Friseurbesuch braucht man in Schwerte noch keinen Schnelltest, für den Kosmetiktermin schon. Friseurmeisterin Diana Sütterlin bietet beides an. Sie hält Tests für sinnvoll. Dann aber direkt vor Ort.

Viel Zeit hat sie nicht zum Telefonieren. Denn im Friseursalon von Diana Sütterlin an der Hörder Straße gibt es gerade viel zu tun. Zum Glück. „Wir hatten eine lange Durststrecke und sind jetzt natürlich froh, dass es weitergeht“, erzählt die 40-jährige Friseurmeisterin. Trotzdem kämpft sie momentan mit den Folgen, die die Coronaverordnung mit sich bringt.

Denn ihr Salon bietet auch kosmetische Behandlungen an. Augenbrauen und Wimpern färben, Brauen zupfen, Tages- oder Abend-Make-Up. Für diese Leistungen brauchen ihre Kunden einen negativen Corona-Schnelltest. Und der muss offiziell in einem Testzentrum gemacht werden.

„Nach der Arbeit erst zum Test, danach zu uns“

Das kann natürlich schnell Terminprobleme mit sich bringen. „Der Kunde fährt nach der Arbeit ins Testzentrum, wenn er da überhaupt am passenden Tag einen Termin bekommt. Danach kommt er zu uns“, beschreibt Diana Sütterlin die Situation.

Doch wenn es im Testzentrum länger dauert, verspätet sich automatisch auch der Kosmetiktermin. „Das ist dann wieder schwierig, weil wir ja wegen der Hygienevorschriften eine genaue Taktung haben“, erzählt die Friseurmeisterin.

Wunsch: Tests für Kunden direkt am Salon

Grundsätzlich mache es Sinn, für Kosmetikbehandlungen Schnelltests zu verlangen. „Ich möchte auch meine Mitarbeiter schützen. Beim Haareschneiden steht man meist seitlich oder hinter dem Kunden. Beim Färben der Augenbrauen sitzt man sich genau gegenüber“, beschreibt sie.

Der Salon „Hairdesign by Diana Sütterlin“. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Selbst Friseurtermine würde Diana Sütterlin grundsätzlich gern mit Schnelltests verbinden – wie es in Städten wie Köln bereits gefordert wird. „Die Tests sind sinnvoll, und auch die Kunden hätten ein sicheres Gefühl.“ Auch im Team würde zweimal in der Woche getestet.

Doch die Chefin würde sich wünschen, die Tests für Kunden direkt im oder am Salon durchführen zu dürfen. „Der Kunde würde 15 Minuten mehr einkalkulieren. Er kann den Test bei uns im Wintergarten machen. Wer negativ ist, darf dann in den Laden.“

Viele Termine brechen weg

Was an Schulen durchgeführt wird, könne auch für Dienstleister gelten. „Das würde uns viel Arbeit abnehmen. Ansonsten brechen viele Termine wieder weg, weil es mit einem Termin im Testzentrum einfach nicht praktikabel ist.“

Auch für Kollegen in ländlichen Gebieten sieht die Friseurmeisterin Nachteile. „Dort gibt es nicht so viele Teststellen. Die sind schwerer zu erreichen. Das schreckt natürlich viele Kunden ab.“

Und wieder stellt sich heraus, dass Kreise und Bundesländer die Coronaschutzverordnung unterschiedlich umsetzen. „Ich habe gerade mit einem Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern gesprochen“, erzählt Diana Sütterlin. Dort könne man sich direkt beim Kosmetiker testen lassen – im Beisein der Mitarbeiter, die die Durchführung bestätigen können. Diese Regelung würde sie sich für Schwerte auch wünschen.

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Begegnungen mit interessanten Menschen und ganz nah dran sein an spannenden Geschichten: Das macht für mich Lokaljournalismus aus.
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