Essen nirgendwo erlaubt: Spießrutenlauf mit der Waffel über den Markt

hzCoronavirus in Schwerte

Die Coronabestimmungen sind streng. Erst 50 Meter von der Verkaufsstelle entfernt darf gegessen werden. Das sei auf dem Markt aber gar nicht möglich, beschreibt der Schwerter Ulrich Kramm.

Schwerte

, 02.05.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst, wenn man sich 50 Meter vom Restaurant oder Verkaufsstand entfernt hat, darf man in die Bratwurst oder Waffel beißen - sonst kann teuer werden in Coronazeiten. Vom Wirt des Lo´Canta verlangt die Stadt schon ein Bußgeld von 1000 Euro.

„Leute, haltet doch mal den Ball flach“, bittet der Schwerter Ulrich Kramm, der sich um Schaden für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgt. Es sei auf dem Marktplatz doch gar nicht möglich, 50 Meter auszuweichen. Das beschreibt er mit einer kleinen Geschichte, die tatsächlich so oder ähnlich passiert sei. Ein befreundeter Musiker habe ihm diesen „Spießrutenlauf“ geschildert, der das absurde Geschehen deutlich mache.

Plötzlich steht man mit der Waffel zu nah an den Marktständen

„Am Mittwoch ist Markt, und ich möchte auf dem Markt einkaufen“, beginnt Ulrich Kramm: „Doch zuvor gönne ich mir einen Coffee-to-go und eine Waffel am Lokal Lo’Canta auf dem Marktplatz. Natürlich komme ich der Aufforderung des Wirtes nach und entferne mich 50 Meter. Da auf der Mitte des Platzes die Marktstände stehen, gehe ich 50 Meter Richtung Süden und stehe nun viel zu nah am Bratwurst- und Fischstand.

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Die Bänke vor der Kirche und auch der Brunnen mitten auf dem Marktplatz sind leider schon belegt - übrigens nicht mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand. Der Mülleimer quillt über, und die Verpackungsmaterialien des Außer-Haus-Verkaufs der ansässigen Lokale und Stände fliegen bereits über den Marktplatz. Hilfe!

Aluverpackung fliegt in den Marktbrunnen

In 50 Metern Abstand zum Lokal Lo’Canta geben mir nun die Besitzer der Stände zu verstehen, dass ich hier nicht stehen darf, um etwas zu verzehren. Ich soll 50 Meter weiter gehen. Dabei packen sie emsig die von Kunden gekaufte Ware in Alufolie. 10 Meter hinter mir am Brunnen reißt eine Frau die Aluverpackung ab. Das Papier fällt in den Brunnen. Ach egal, wen interessiert schon Umweltschutz in solchen Zeiten.

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Nun gehe ich nach Westen und lande vor dem Käsestand. Hier steht eine lange Schlange im Zwei-Meter-Abstand. Ein Mann schreit mich an, ich solle gefälligst den Abstand einhalten und mich hinten in der Schlange anstellen. Schnell gehe ich weiter Richtung Norden.

Unverrichteter Dinge zurück am Ausgangspunkt

Somit lande ich vor dem Café Herrlich. Hier werde ich aufgefordert, mich mit dem Verzehr 50 Meter in eine andere Richtung zu entfernen. Also gehe ich 50 Meter in Richtung Osten und stehe wieder vor dem Lokal Lo‘ Canta. Hier begrüßen mich zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes und erklären mir, dass ich hier nicht stehen darf.“

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