Neue Betrugsmasche: 83-Jähriger holt sein Erspartes von der Bank

hzKriminalität in Schwerte

Noch perfider ausgefeilt haben Kriminelle ihre Betrugsmasche „Falscher Polizist“. Sie brachten einen Senior aus Ergste dazu, sein Geld von der Bank zu holen. Mehr als 10.000 Euro sind weg.

Ergste

, 11.11.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht einmal auf der Bank ist das Geld sicher vor den „falschen Polizisten“. Das musste ein 83-jähriger Ergster erfahren, den Kriminelle mit einer neuen Variante der Betrugsmasche überrumpelten. „Vollendeter Trickbetrug: Täter erbeuten fünfstellige Bargeldsumme von Senior“, musste Polizei-Pressesprecher Christian Stein vermelden. Die Tat habe sich am Dienstag am helllichten Tag im Bereich der Offerbachstraße ereignet, also im Oberdorf.

Lügengeschichte: Bank-Mitarbeiter hat Tresorschlüssel gestohlen

Die Kriminellen gingen nach dem Muster vor, das die Polizei kennt: Gegen 10.30 Uhr klingelte bei dem Senior das Telefon. Als er den Anruf entgegennahm, hörte er die Stimme eines Mannes, der sich als ein „Herr Mackens von der Kriminalpolizei“ ausgab. Dieser erschreckte den alten Mann mit einer erlogenen Räuberpistole: In der Nähe seiner Wohnung seien zwei Personen festgenommen worden, bei denen man seine Adresse gefunden habe. Soweit kennt man die Vorgehensweise. Was dann kam, war aber neu: Bei einer gleichzeitig laufenden Telefonüberwachung - so hieß es - sei festgestellt worden, dass ein Mitarbeiter seiner Bank den Generalschlüssel für die Tresore gestohlen habe. Noch in der Nacht wolle er die Panzerschränke mit den Komplizen leerräumen.

Täter entlocken den Geschädigten geschickt den Namen ihrer Bank

„Die Täter gaukeln die ganze Zeit was vor, sodass die Geschädigten ins Vertrauen gezogen werden“, erklärt Polizei-Pressesprecher Christian Stein. Das gehe so weit, dass sie selbst verraten, ob sie Sparkassen- oder Volksbank-Kunde sind. Denn die Täter selbst nennen kein Geldinstitut: „Durch taktisch clevere Gesprächsführung kommen sie an den Namen.“

Polizei holt niemals Geld oder Wertsachen ab

So von den Kriminellen eingewickelt, schöpfte der 83-Jährige auch keinen Verdacht, als er gefragt wurde, ob er Bargeld in seiner Bank deponiert habe. Er verriet sogar die konkrete Summe. „Der Anrufer forderte den Senior schließlich auf, das Geld abzuholen und zusammen mit Schmuck in einem Beutel vor der Haustür zu deponieren, damit eine Streifenwagenbesatzung diesen abholen kann, um Fotos von den Wertgegenständen zu machen“, berichtet Christian Stein weiter: Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen - so hieß es - würde der Ergster alles zurückbekommen.

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Vermutlich schon während des Telefongesprächs - so der Polizeisprecher - wartete draußen in der Nähe ein Komplize. Kaum hatte der Senior den Beutel mit den Wertsachen wie angewiesen vor die Tür gelegt, war dieser auch schon weggenommen. Mehr als 10.000 Euro und der Schmuck waren gestohlen.

Christian Stein warnt deshalb nochmals: „Die richtige Polizei holt niemals Geld oder Wertsachen ab.“ Wer so einen betrügerischen Anruf erhalte, der solle am besten sofort den Hörer auflegen.

Zeugen gesucht

  • Die Polizei sucht Zeugen, die am Dienstag (10. November) gegen 14 Uhr verdächtige Personen und Fahrzeuge im Bereich der Offerbachstraße gesehen haben.

  • Hinweise nimmt entgegen die Wache in Schwerte, Tel. (02304) 921-3320.
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