Flammen aus dem Käse-Vulkan machen Pasta zum Geschmackserlebnis

hzRestaurants in Schwerte

Tagliatette alla forma die Grana Padano. Der Name ist lang. Wer ihn behält, wird mit einem Geschmackserlebnis belohnt. Dazu braucht man nicht nach Italien, nicht mal nach Berlin zu fahren.

Schwerte

, 11.10.2020, 14:30 Uhr

Die blaue Flamme züngelt aus der Vertiefung. Wie aus dem Krater eines Vulkans, der tief in die Mitte eines dicken Käserads eingegraben ist. Wenn Koch Domenico den 18 Kilo schweren Laib auf der Edelstahlplatte seines nußbaumfarbenen Küchenwagens zu einem Gästetisch fährt, sind ihm alle Blicke im Ristorante Il Ritrovo gegenüber vom Bahnhof Schwerte sicher. Aus Berlin - so erzählt er - hat er die besondere Kunst mitgebracht, seine Pasta in geschmolzenem Käse zuzubereiten. Was den Besuchern der Hauptstadt in der Nähe vom Checkpoint Charlie auf der Zunge zerging, richtet er jetzt auch für die Schwerter an.

Grana Padana ist eine Käsespezialität aus Norditalien

Grana Padana steht auf der harten Rinde des 18 Kilogramm schweren Käsestücks, das Restaurantchef Mo Khiara extra aus Italien bestellt hat. Im Norden des Landes, genauer gesagt in der Pó-Ebene, wird die Spezialität hergestellt. Sie ist etwas milder im Geschmack als der übliche Parmesan, den man sich zu Hause über die Spaghetti streut.

Besonders cremig schmecken die Pasta, wenn sie durch den geschmolzen Käse in der Vertiefung des Käserads gedreht werden.

Besonders cremig schmecken die Pasta, wenn sie durch den geschmolzen Käse in der Vertiefung des Käserads gedreht werden. © Reinhard Schmitz

Die Mitte des Grana Padana ist schon vorbereitet, ein Stück weit ausgehöhlt. Darin reibt Koch Domenico mit einem Esslöffel vom oberen Rand des Käserades Flocke für Flocke hinein, die er anschließend mit einer ebenfalls aus Italien stammenden Flüssigkeit besprüht und kurz anzündet. Die Hitze lässt das Flockenhäufchen zusammenschmelzen. Das sorgt dafür, dass sich der Käse besonders gut mit den Nudeln verbindet, wenn sie liebevoll in der weichen Masse gedreht werden. Das ist das Geheimnis des cremigen Geschmackserlebnisses.

Nicht zu verwechseln mit Fettucine Alfredo

Das Gericht ist nicht zu verwechseln mit den in Rom bekannten Fettucine Alfredo - benannt nach ihrem Erfinder. Der jedoch ließ, und das ist der entscheidende Unterschied, den Käse in der Pfanne schmelzen. Und nicht in einer Höhle in dem wagenradgroßen Laib direkt vor den Augen der Gäste. Wer das erleben möchte, muss sich im Il Ritrovo einen langen Namen merken und „Tagliatelle alla forma die Grana Padano“ bestellen. Außer fruchtiger Tomatensoße erhalten die Pasta wahlweise gebratene Auberginen oder Pfifferlinge als leckere Begleiter auf dem Teller, der dann mit einem freundlichen „Prego“ serviert wird. Noch länger soll der Gast nicht auf die Folter gespannt werden, der vor seinem rot-sandsteinfarbenen Platzdeckchen mit dem Kartenaufdruck des italienischen Stiefels gewartet hat.

Die "Tagliatellle alla forma di Grana Padano" gibt es wahlweise mit gebratenen Auberginenscheiben oder mit Pfifferlingen.

Die „Tagliatellle alla forma di Grana Padano“ gibt es wahlweise mit gebratenen Auberginenscheiben oder mit Pfifferlingen. © Reinhard Schmitz

„Das ist mein Lieblingsessen“, verrät Vermieter Vittorio Reale, der mit seiner Meinung bestimmt nicht alleine bleiben wird. Wer es testen möchte, sollte die Zeit bis zum Februar nutzen. Denn die Pasta aus dem Käselaib sind ein typisches Wintergericht. Mit seiner magischen Atmosphäre des Feuers hat es das Zeug, auch so manche Weihnachtsfeier zu verzaubern.

Video
Die Zubereitung von Tagliatelle alla forma die Grana Padano

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