Freie Ausfahrt aus der Villigster Straße? Über Pfingsten noch nicht

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Neue Versorgungsleitungen verlegen die Stadtwerke in Villigst. Der Graben quert die Villigster Straße. Dort stießen die Arbeiter im Untergrund auf ein Hindernis. Das hat Auswirkungen.

Villigst

, 28.05.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wahrscheinlich sind sie längst in Rente. Die Bauzeichner, die den Bautrupp der Stadtwerke und die Bewohner von Villigst ägern wollten. In die Pläne eingetragen haben sie zwar den dicken Abwasserkanal, den die neue Wasser- und Stromleitung am Ende der Villigster Straße queren müssen. Doch in welcher Tiefe das Betonrohr verbuddelt ist, haben die damaligen Ausführenden nicht verzeichnet. Mit der Folge: Die Ausfahrt aus der Villigster Straße kann nicht wie erhofft noch vor Pfingsten wieder freigegeben werden.

Der Technische Leiter der Stadtwerke, Martin John, schaut in den Graben für die Erneuerung der Versorgungsleitungen an der Iserlohner Straße. Das dicke Kanalrohr, das die Trasse kreuzt, hat die Arbeiten gebremst.

Der Technische Leiter der Stadtwerke, Martin John, schaut in den Graben für die Erneuerung der Versorgungsleitungen an der Iserlohner Straße. Das dicke Kanalrohr, das die Trasse kreuzt, hat die Arbeiten gebremst. © Reinhard Schmitz

Denn erst nach den Ausschachtungsarbeiten stellte sich heraus: Über dem Kanal ist nicht genug Platz für die neuen Versorgungsleitungen. Um ihn zu unterqueren, musste deshalb der Graben bis in zwei Meter Tiefe ausgehoben werden. Wie in einer Gletscherspalte verschwinden darin die Arbeiter mit dem blauen Rohr, das vom Parkplatzrand des griechischen Restaurants Ellinikon rund 400 Meter weit entlang der Iserlohner Straße geführt wird. Bis zum Ende der schnuckeligen Siedlung, die auf der rechten Seite in einer Sackgasse versteckt ist.

Alte Wasserleitung aus den 1950er-Jahren war mehrmals gebrochen

„Die alte Hauptwasserleitung stammt aus den 1950er-Jahren“, erläutert der Technische Leiter der Stadtwerke, Martin John. Die Arbeiter berichten, dass das Graugussrohr zuletzt schon zweimal repariert werden musste. Jetzt wird es durch ein neues Rohr mit einem Durchmesser von 18 Zentimetern ersetzt - das reicht für die wenigen Gebäude, die es versorgen muss. Deren Hausanschlüsse sollen gleichzeitig überprüft und wenn nötig ebenfalls erneuert werden.

Bis zum Ende der schnuckeligen Siedlung, die abzweigenden Sackgasse der Iserlohner Straße steht, werden die Stadtwerke die Versorgungsleitungen erneuern.

Bis zum Ende der schnuckeligen Siedlung, die abzweigenden Sackgasse der Iserlohner Straße steht, werden die Stadtwerke die Versorgungsleitungen erneuern. © Reinhard Schmitz

Mit der Wasserleitung lassen die Stadtwerke auch die Stromkabel für 230 und 380 Volt erneuern und Leerrohre für spätere Glasfaseranschlüsse verbuddeln. Außerdem verschwinden die Oberleitungen, die derzeit noch zwischen den Straßenlaternen gespannt sind, in der Erde.

Baustelle zieht abschnittweise weiter

Die Arbeiten übernimmt das Team von Polier Sebastian Gutmann, das auch schon die Fernwärmeleitung im Nordwall und die Versorgungsleitungen unter der Kreuzung Hörder Straße/Bergstraße/Heidestraße verlegt hat. „Immer die kompliziertesten Sachen“, sagt er mit einem Lächeln. Entlang der Iserlohner Straße will er sich Stück für Stück vorarbeiten: „Meistens in Abschnitten von 60 Metern.“ Sobald dort die Leitungen verlegt sind, werden sie wieder zugeschüttet, und die Baustelle zieht weiter.

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Villigster Straße bleibt auch über Pfingsten gesperrt

Insgesamt sind für die Maßnahme Monate eingeplant. So lange werden die Villigster natürlich nicht mit der Sperrung ihrer Ortsausfahrt zur Ruhrbrücke leben müssen. Bei weitem nicht. Die Ausfahrt aus der Villigster Straße soll voraussichtlich schon am Mittwoch, 3. Juni, wieder frei sein.

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