Friseure sind wieder geöffnet: Haarschnitt mit Maske und viel Warterei

hzCoronavirus in Schwerte

Die Friseure durften auch in Schwerte am Montag wieder öffnen. Doch viel bleibt nicht von der gewohnten Wellness-Atmosphäre. Wie sieht es mit Terminen aus? Was müssen Kunden vorher wissen?

Schwerte

, 06.05.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Darauf dürften die meisten Menschen in der Coronakrise sehr ungeduldig gewartet haben: Seit Montag haben die Friseursalons in NRW wieder geöffnet, Haarschnitt und Farbe sind nach knapp sechs Wochen Lockdown wieder möglich.

Schon wenige Minuten nach Eröffnung stand das Telefon bei den Schwerter Salons nicht mehr still. Graue oder dunkle Haaransätze, viel zu lange Ponys, aus der Form gekommene Herrenfrisuren: Gefühlt wollten alle Schwerter sich direkt einen der heiß begehrten Termine sichern.

Doch in den Salons selbst erinnert nur wenig an den gewohnten Friseurbesuch. Kein Kaffee, kein Wasser, dafür aber Mundschutz und Absperrungen. Und auch auf einen Termin muss man jetzt lange warten.

Alles muss desinfiziert werden: „Der Mai wird heftig.“

„Der Mai wird heftig, das ist klar. Die Pläne sind voll, Termine können aber natürlich gemacht werden“, sagt Britta Lambertz von Hairdesign Hardt. Im Salon an der Schützenstraße habe man quasi übers Wochenende ein Hygienekonzept erstellt, Stühle abgerückt, den gesamten Laden desinfiziert. Am Thresen stehen schützt sich das Team von Katja Hardt hinter einer Plexiglasscheibe, am Eingang wartet eine Hygiene-Säule auf die Kunden. Ohne desinfizierte Hände darf niemand den Laden betreten.

Doch das reicht noch nicht: „Alles, was am Kunden benutzt wird, muss danach desinfiziert werden“, erklärt Lambertz. Kämme und Bürste, Scheren und Rasierer, Umhänge und Handtücher. „Es ist alles neu und anstrengend. An die Masken müssen wir uns alle noch gewöhnen, aber auch die Kunden machen gut mit. Das ist die Hauptsache.“

Keine Arbeiten im Gesicht, Haarwäsche vor jedem Schnitt

Viele neue Regeln und Dinge, auf die man plötzlich achten muss, zusätzlich klingelt das Telefon minütlich: All das kostet Zeit. Und deshalb können auch weniger Kunden in den Friseursalons angenommen werden.

„Bis Ende des Monats sind schon die meisten Termine weg, die Kunden sind schnell und wollen unbedingt kommen“, berichtet Petra Scholz über ihre Erfahrungen in den ersten Stunden nach der Wiedereröffnung. Und die teilen ihre Kollegen im Stadtgebiet: Für den Mai sind in den meisten Salons schon fast alle Termine vergeben, schildern die Inhaber auf Anfrage.

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Aber natürlich gilt auch für alle: „Es wird immer mal was frei. Wir freuen uns über jeden Kunden und können immer etwas möglich machen“, sagt Silvia Schmidt aus dem Salon von Regina Winkler an der Bahnhofstraße.

Wer noch einen Termin ergattert hat, sollte sich beim Besuch im Lieblingssalon noch auf einige weitere Änderungen einstellen:

  • Sowohl Friseure als auch Kunden müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Denn der Mindestabstand kann unmöglich eingehalten werden.
  • Schon beim Betreten des Salons sollten die Hände gewaschen oder desinfiziert werden. Auch hier gilt die allgemeine Nies- und Husten-Etikette sowie die Abstandsregel von 1,5 Metern zu anderen Kunden.
  • Alle Kunden werden gebeten, alleine zu kommen.
  • Wer Haarschnitt oder frische Farbe möchte, muss seine Kontaktdaten mitteilen. Die Friseursalons sind verpflichtet, eine Liste ihrer Kunden zu führen, damit bei einem Krankheitsausbruch die Infektionsketten nach verfolgt werden kann.
  • Vor jeder Behandlung müssen die Haare gewaschen werden.
  • Keine Behandlungen im Gesicht: Das Stutzen und Schneiden von Herrenbärten, Augenbrauen zupfen und Wimpern färben ist verboten.
  • Getränke und Zeitschriften dürfen nicht ausgeteilt werden.
  • Kunden dürfen nicht mehr selbst ihre Haare föhnen. Sie müssen die Arbeit vom Friseur machen lassen oder den Salon mit nassen Haaren verlassen.
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