Leckerlis wie Hundeeis, das sich Jule schmecken lässt, sind noch mit die geringsten Ausgaben für die Familienmitglieder auf vier Pfoten. © Reinhard Schmitz
Welttag der Haustiere

Für ein Pferd kann man auch ein Haus bauen, für den Hund einen Kleinwagen kaufen

Bis zu 35 Jahre alt kann ein Pferd werden. Da summieren sich schnell Kosten von über 300.000 Euro. Für einen Hund kann man locker einen Kleinwagen kaufen. Eine kleine Übersicht zum Tag der Haustiere am 11. April.

Mit der Katze spielen, wenn man schon keine Freunde treffen darf. Oder wenigstens mit dem Hund alleine eine Runde an der frischen Luft drehen: Tierische Begleiter bringen vielen Lichtblicke in das triste Leben in Corona-Zeiten. Mehr als eine Million Haustiere haben sich die Deutschen in der Pandemie zugelegt, wie die Redaktion von „Heimwerker.de“ anlässlich des Welttags der Haustiere (11.4.) berichtet.

Über das ganze Leben berechnet, sei die Schildkröte das teuerste Kleintier in den Familien: 28.750 Euro müssten für sie ausgegeben werden, weil sie ein biblisches Alter von durchschnittlich 95 Jahren erreiche.

Laufende Kosten müssen bei jedem Tierkauf mit bedacht werden

Das ist aber noch nichts gegen ein Pferd. Über 300.000 Euro können Reiter im Laufe eines Pferdelebens für ihren Freund auf Hufen ausgeben, wie der Schwerter Tierschutzvereins-Vorsitzender Dr. Stefan Wolf einmal auf Anfrage vorgerechnet hat.

Ein Hund konkurriert da eher mit einem Kleinwagen. Rund 11.000 Euro fallen bei ihm an laufenden Kosten an, die bei jedem Tierkauf mit zu bedenken sind. Schließlich endet die Verantwortung für ein Lebewesen nicht, wenn sich die erste Begeisterung über den neuen Hausbewohner gelegt hat.

Ducky (12) ist der Hofesel von Heiner Knostmann. Die Tierart ist so selten als Haustier, dass sie in der Kostenstatistik nirgendwo auftaucht.
Ducky (12) ist der Hofesel von Heiner Knostmann. Die Tierart ist so selten als Haustier, dass sie in der Kostenstatistik nirgendwo auftaucht. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Ein Blick auf die Haltungskosten, die Dr. Wolf nach Daten der Akademie für Tierschutz zusammengestellt hat, zeigte: Die Hundesteuer (in Schwerte derzeit 96 Euro/Jahr bei Haltung nur eines Hundes) macht nur einen Bruchteil des Aufwands aus. Schon die Anschaffung kann Beträge von 200 bis zu ein paar Tausend Euro erfordern – je nachdem, ob man seinen Liebling im Tierheim oder bei einem Züchter findet. Einmalig sind auch noch Basiskosten zwischen 150 und 300 Euro für Napf, Körbchen, Leine und mehr.

Dr. Wolf: „Jeder Hund sollte eine Haftpflichtversicherung haben“

Doch dann folgen die jährlichen Ausgaben. Nicht nur das Futter für täglich 50 Cent bis einen Euro. „Jeder Hund sollte eine Haftpflichtversicherung haben“, sagt Dr. Wolf und empfiehlt, die nötigen 30 bis 80 Euro einzuplanen. Für die jährlichen Impfungen, Entwurmung und Parasitenbehandlung sollten rund 100 Euro zurückgelegt werden, während Behandlungen bei Krankheiten schwer zu kalkulieren sind.

„An sich ein Muss“ sind für Dr. Wolf auch jährlich zehn Hundeschulstunden (80 bis 100 Euro). Schnell sind dann 11.000 Euro für die Tierliebe ausgegeben, wenn der Hund durchschnittlich 12 bis 13 Jahre alt wird.

Auch für eine Katze kann man locker einen Gebrauchtwagen kaufen

Pferde – in der Anschaffung ab 3.000 Euro – haben sogar eine Lebenserwartung von bis zu 35 Jahren. Monatlich werden nach den Angaben des Tierschutzvereins allein für Stallmiete zwischen 260 und 800 Euro fällig.

Dazu Ausgaben für den Hufschmied (40 bis 250 Euro alle acht Wochen), Haftpflichtversicherung (250 Euro/Jahr), Reitplakette für Geländeausritte (im Kreis Unna derzeit 25 Euro plus Gebühren und Auslagen der Verwaltung) und den Tierarzt (300 bis 500 Euro/Jahr), die sich bei Verletzungen aber auch schnell auf über 10.000 Euro erhöhen können. Die durchschnittlichen Lebenskosten für ein Pferd beziffert der Tierschutzverein somit auf 316.600 Euro.

Selbst für eine Katze, die 16 bis 18 Jahre alt wird, muss den Angaben zufolge mit mindestens 9.000 Euro gerechnet werden. Preiswerter ist die Haltung eines Hamsters, der in seinen zwei bis drei Lebensjahren im Käfig etwa 300 Euro erfordert. Aber selbst bei geselligen Kaninchen oder Meerschweinchen ist mit mindestens 1.600 Euro für ein Pärchen zu rechnen.

Alle Zahlen hat Dr. Wolf im Jahre 2011 ermittelt. Gut möglich, dass sie mit der Inflation inzwischen sogar noch ein Stück weit in die Höhe geschossen sind. Nur für eine Tierart gibt es keine Angaben. Mit Esel Ducky (12) hat Gärtnermeister Heiner Knostmann ein sehr seltenes Haustier. Mit seinem Rufen ersetzt er aber einen Hofhund.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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