Geschäft auf Zeit am Markt will digitalen Einzelhandel in Schwertes Fußgängerzone bringen

hzStart-up Lorylist

Am Schwerter Markt hat ein Laden auf Zeit eröffnet, der eine Idee verkauft, die nichts kostet. Klingt nicht nach echtem Unternehmergeist. Doch das täuscht. Hier ist ein Start-Up am Werk.

Schwerte

, 07.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie verkauft man eine Idee? Roschan Schaper ist überzeugt, am besten mit einem Laden. Ja gut, ein echtes Geschäft ist der „Pop-Up-Store“ am Markt nicht. Aber zumindest eine feste Anlaufstelle. Ab Donnerstag ist das Stadt-Up-Unternehmen „Lorylist“ mindestens einmal die Woche zu Gast in der Automatenfiliale der Sparkasse am Markt zu Gast, um den Schwertern ihre Idee nahe zu bringen. Und die ist vom Grundsatz her einfach, wie die meisten guten Ideen.

Echte Läden mit einem Schaufenster im Internet

Was wäre, wenn ich vor jedem Einkaufsbummel schon mal sehen könnte, was die Geschäfte in Schwerte eigentlich anbieten? Bei Lorylist ist das per App machbar.

Die Händler stellen ihre Produkte in das virtuelle Schaufenster und die Kunden können per Handy nachschauen, was es in Schwerte alles gibt. Und das ist mehr, als man vermutet. In Iserlohn, wo das Unternehmen bereits über 50 Geschäfte für die lokale Einkaufsapp gewinnen konnte, funktioniert das bereits. Da entdeckt der Kunde, dass die Boutique, deren Textilien im Schaufenster er einfach scheußlich findet, im Laden aber auch ansprechende Deko-Artikel anbietet.

Außerdem kann er sich über Sonderangebote und Aktionen informieren.

Anstoß gaben zwei Bio-Bananen und eine Avocado

Begonnen hatte alles mit der Idee, eine App für den Lebensmitteleinkauf zu programmieren. Als Projektmanager war Lorylist-Gründer Roschan Schaper früher viel unterwegs. Oft in fremden Städten, in denen er dann kurz vor Ladenschluss noch eben etwas fürs Abendessen und fürs Frühstück einkaufen wollte. Eine Avocado und zwei Bio-Bananen gaben den Anstoß zu der Idee.

„Im ersten Laden waren die Bananen nicht reif genug, im zweiten gab es keine Bio-Lebensmittel, im dritten dann auch nicht“, erzählt er. Dann war Ladenschluss und man konnte gar nichts mehr kaufen. „Warum kann ich nicht in mein Handy gucken, und sehen, wo es was in meiner Nähe gibt“, so der Ansatz.

Doch die Idee mit den Lebensmitteln ließ sich nicht so schnell umsetzen, denn dort muss man die großen Handelsketten für sich gewinnen. Deshalb setzten Schaper und Stephan Rüschenbaum, den er als technischen Partner gewinnen konnte, auf die Läden vor Ort: Von der Boutique bis zum Haushaltswarengeschäft.

Schaper ließ seinen alten Job hinter sich, investierte sein gesamtes Vermögen und setzt seit einem Jahr ausschließlich auf Lorylist.

Noch ist die Idee für Händler und Kunden kostenlos

Noch steckt das Angebot allerdings in den Kinderschuhen. Denn es gibt zwar zwei Apps, eine für Kunden und eine für die Händler, aber die Gründer können sich weit mehr Funktionen vorstellen, als es bislang gibt. So soll der Kunde bald nicht nur einfach Produkte in Schwerte suchen können, sondern sein Suche auch individuell filtern.

Geschäft auf Zeit am Markt will digitalen Einzelhandel in Schwertes Fußgängerzone bringen

In der App Lorylist können Einzelhändler in Schwerte ihre Produkte und Angebote einstellen. © Aileen Kierstein

Dass bei der Entwicklung der App noch Luft nach oben ist, bietet für die Schwerter Händler aber auch eine Chance. Denn sowohl für Händler, als auch die Kunden ist die Lorylist bislang noch komplett kostenlos. Später sollen die Händler dann für Zusatzfunktionen bezahlen.

Erste Resonanz von Schwerter Einzelhändlern

Eine erste Werberunde bei Schwertes Ladenbesitzern hat Roschan Schaper schon hinter sich. Die Resonanz war gemischt, einige machten sofort mit, andere waren interessiert und wollen mitmachen. Aber es gab eben auch jene, die dafür keine Zeit haben oder sich mit der Technik nicht auseinandersetzen wollten.

Um Händler und Kunden jetzt von der Idee zu überzeugen sind Schaper und seine Mitarbeiter ab Donnerstag mit ihrem temporären Laden am Markt zu Gast. Auf jeden Fall donnerstags, aber wenn es gut läuft auch öfter. Dabei will man eben nicht nur Flyer verteilen, sondern mit den Schwertern ins Gespräch kommen. Denn die Idee funktioniert eben nur dann, wenn möglichts viele Händler viele Produkte dort einstellen. Und das funktioniert nur, wenn viele Kunden die Lorylist-App nutzen.

Name soll an einen Papagei erinnern

Der Name des neuen Unternehmens, Lorylist, soll einen Papagei (englisch Lory) symbolisieren, der alles, was er über Produkte gehört hat, auf Kommando wieder ausplaudert. Die App kann in den App-Stores von Google und Apple geladen werden. Weitere Informationen auf der Homepage des Unternehmens.
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