Geschwindigkeitsrekorde in Schwerte: Hier steht der erfolgreichste Blitzer des Kreises

hzGeschwindigkeitskontrolle

Der erfolgreichste Blitzer des Kreises steht in Schwerte. Und hier gingen auch die schnellsten Raser in die Radarfalle. Wo das ist und warum gerade dort so gerast wird.

Ergste

, 04.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Einen Moment nicht auf die Geschwindigkeitsbeschränkung geachtet, vielleicht auch in der Eile das Tempo leicht erhöht und schon löst der Blitz aus. Für die meisten wird das ein ärgerliches Knöllchen, manche müssen auch den Führerschein abgeben. Doch der Starenkasten an der Ruhrtalstraße kann einen traurigen Rekord vermelden. Im dritten Jahr in Folge wurde hier 2018 die höchste Geschwindigkeitsübertretung kreisweit gemeldet.

Mit 139 km/h in der Tempo-50-Zone

Mit stolzen 139 km/h brauste der Autofahrer am Tempo-50-Schild an der Autobahnauffahrt vorbei. Also 89 km/h zu schnell. „Wer so schnell unterwegs ist, dem kann man schon Vorsatz unterstellen“, erklärt Christian Bornemann, der beim Kreis Unna für die Verkehrsüberwachung zuständig ist. Und bei Vorsatz werde das Bußgeld verdoppelt. Der Rekordhalter unter den Rasern müssen deshalb mit rund 1200 Euro Bußgeld, zuzüglich der Verfahrenskosten und drei Monaten Führerscheinentzug rechnen. Ähnliches gilt für die höchste Geschwindigkeitsübertretung im Jahr 2017. Die wurde ebenfalls von dem Starenkasten an der Ruhrtalstraße gemessen. Der Fahrer war mit 131 km/h unterwegs.

Jetzt lesen

Kreisweit der erfolgreichste Starenkasten

Der Blitzer an der Ruhrtalstraße gilt kreisweit wohl als der finanziell erfolgreichste. Auch wenn man beim Kreis betont, dass man die Geräte nicht nach der Anzahl der Knöllchen, die aus ihrem Einsatz resultieren, messen würde.

Der Starenkasten dort, soll dafür sorgen, dass weniger Unfälle an der Autobahn-Ausfahrt passieren. Die stand nämlich lange Zeit als eine der gefährlichsten Unfallhäufungsstellen auf der Liste der Verkehrsbehörden.

Warum gerade hier so viele und vor allem derart schnelle Raser unterwegs sind, kann Christian Bornemann auch nur vermuten. Hier sind Ortsunkundige auf dem Weg zur Autobahn unterwegs, glaubt er. Allerdings erkläre das nicht die extrem hohen Werte.

Neue Technik für die Geschwindigkeitsmessung

Ewig wird der alte Starenkasten an der Ruhrtalstraße wohl nicht mehr stehen bleiben, denn der Kreis tauscht die Geräte nach und nach aus. An der Roten-Haus-Straße hat man zum Beispiel eine Lasermesssäule der neuen Generation aufgebaut. Bislang ist sie aber noch nicht in Betrieb. Testweise hat man zwar schon Aufnahmen gemacht, die werden aber anschließend weggeschmissen. Mit Knöllchen muss keiner der Geschwindigkeitssünder rechnen.

Das neue System funktioniert mit einer Lasermessung. Der alte Starenkasten an der Ruhrtalstraße arbeitet hingegen mit klassischer Radarmessung.

Immer wieder sind die Geräte auch Opfer von Vandalismus, die Linsen werden besprüht oder es wird versucht, die Kamera auszubauen. Vor zwei Jahren gab es allerdings einen besonderen Fall. Da war ein Autofahrer bei einem Unfall mit dem Starenkasten zusammengeprallt. „Wir haben ja damals als Unfallgrund überhöhte Geschwindigkeit angenommen“, erzählt Christian Bornemann. Belegbar sei das aber nicht gewesen, denn der Kasten und seine Messungen waren ja kaputt.

Fünf Kameras besitzt der Kreis aktuell, die in fünf Geräten zum Einsatz kommen können. Da es nur zehn Standorte im Kreis gibt, könne man davon ausgehen, dass die Hälfte der Zeit der Starenkästen auch in Betrieb ist.

90.000 Verfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitung

Die Geschwindigkeitskontrolle macht zumindest beim Kreis den Großteil der Ordnungswidrigkeit wegen Verkehrsvergehen aus. Von 157.130 Verfahren waren 98.400 wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen in die Wege geleitet. 50.965 mal waren die Autofahrer von einem Starenkasten geblitzt worden, 50.965 vom Messwagen oder der Blitzertonne. Hinzu kommen die Verfahren, die auf den Geschwindigkeitskontrollen der Polizei fußen.

Lesen Sie jetzt