Wie entwickeln sich die Schwerter Grundschulen in den nächsten zehn Jahren? Fachleute haben die Zahlen bis 2029 geschätzt. Eng wird es für keine Schule. Aber eine Herausforderung bleibt.

Schwerte

, 24.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Die Zahlen steigen zunächst. Das gilt für alle Grundschulen in Schwerte. Und das liegt im Wesentlichen an den steigenden Geburtenzahlen der vergangenen Jahre. Gab es 2015 nur 325 neue Erstklässler, werden es 2023 wohl 457 sein - der Höchstwert und zugleich die letzte Zahl, die das Fachbüro noch aus den aktuellen Geburtenzahlen errechnet.

Was sich danach tut? Eine richtig detaillierte Prognose wagt das Beratungsbüro, das den Schulentwicklungsplan für die Stadt Schwerte angefertigt hat, nicht mehr. Man vermutet, dass die Anzahl der Schüler wieder zurückgeht auf knapp über die 400er-Marke.

Generell gelte: „Die Grundschulen in Schwerte ‚ziehen‘ neun Prozent mehr Kinder, als die, die zum Einschulungsstichtag in den Einzugsgebieten geboren wurden.“ So steht es im Bericht, den Stadtverwaltung und Politik zuletzt zur Kenntnis genommen haben.

Soll heißen: Es werden nicht nur die Kinder eingeschult, die sechs bis sieben Jahre zuvor in Schwerte geboren wurden, sondern auch andere:

  • die Mädchen und Jungen aus umliegenden Städten, vor allem aus Dortmunds Süden und Iserlohns Norden
  • die Kinder, deren Eltern vor der Einschulung nach Schwerte gezogen sind
  • die Kinder von Eltern, die in den vergangenen Jahren aus anderen Ländern zugewandert sind

Eine Klasse darf nicht weniger als 15 Schüler haben - und nicht mehr als 29

Und es könne sogar sein, dass es noch mehr Schüler geben werde als in der Prognose, so die Fachleute. Zumindest würde das der Fall sein, wenn man die Einschulungen von 2019 als exemplarisch ansehen würde.

Das mag für die einzelnen Schüler bedeuten, dass es enger wird in den Klassen. Für die Schulen an sich ist es eine gute Nachricht. „Keine Grundschule unterschreitet im Prognosezeitraum die erforderliche Mindestgröße“, heißt es im Fazit zu den Grundschulen.

Eine Klasse in der Grundschule darf nicht weniger als 15 Schüler haben und nicht mehr als 29. Eine Abweichung nach unten darf die Stadt nur erlauben, wenn es sich um eine Grundschule im sozialen Brennpunkt oder um eine mit dem Schwerpunkt im Bereich Inklusion handelt.

Für 2019 bis 2029 hat das Beratungsbüro ausgerechnet, dass die Zahl der Klassen insgesamt an den Schwerter Grundschulen steigen muss.

So sieht es für die einzelnen Schulen aus

Evangelische Grundschule Ergste (nach den Sommerferien 2019 174 Schüler): Hier gibt es durchgehend zwei Klassen pro Jahrgang - und das soll auch bis 2029 so bleiben. Die Gesamt-Schülerzahl soll 2022 über die 200er-Marke steigen und 2027 wieder darunter fallen.

Albert-Schweitzer-Schule (284): Ab 2020 wird es hier wohl vier statt drei erste Klassen geben - wohl bis 2024. Der Schüler-Rekord soll 2023 erreicht sein: prognostizierte 348.

Friedrich-Kayser-Schule (199): Nur 34 Erstklässler sind nach den Sommerferien 2019 neu an der FKS am Stadtpark. Zumindest in den Berechnungen sieht das für die Zeit ab 2020 ganz anders aus. Auch dort steigt die Schülerzahl bald wieder über die 200er-Marke, 2023 auf das Maximum von 225. Demnach bleibe es bei zwei Klassen pro Jahrgang, teilweise sogar bei drei. Aber es heißt im Bericht auch: Die Stadt solle hier „stabilisierend eingreifen, um die Anmeldezahlen langfristig stabil zu halten“.

Heideschule (198): Geht es 2022 und 2023 rauf auf drei erste Klassen? Rechnerisch wäre das so. Dennoch heißt es im Bericht: Man rate davon ab. Es sei zu knapp. Nicht dass eine dritte Klasse pro Jahrgang schnell wieder aufgeteilt werden müsse.

Lenningskampschule (250): Mehr als drei Klassen dürfen nicht gebildet werden - auch nicht bei steigenden Zahlen. 2023 kratzt die Schule laut Prognose an der 300er-Marke. Drei Klassen sind schon jetzt Standard.

Reichshofschule (234): Ab dem Sommer gibt es nicht nur eine 1a und 1b, sondern auch eine 1c - und das bleibt wohl stabil bis 2029 so. Ab 2022 gibt es durchgehend von Jahrgang 1 bis 4 je drei Klassen. Schüler-Maximum: 278 im Jahr 2023.

Grundschule Villigst (197): „Die Schule ist auf zwei Züge beschränkt“, heißt es im Bericht. Das gilt demnach auch für das Maximal-Jahr 2023, wenn insgesamt 216 Mädchen und Jungen die Schule besuchen.

OGS-Betreuung wird zur Herausforderung

Den Schulbetrieb selbst sehen die Fachleute als gar nicht problematisch an. Eine „Herausforderung“ zeige sich allerdings, wenn es um die Offene Ganztagsbetreuung an den Schulen gehe, um den OGS-Bereich also.

Nicht nur die absoluten Zahlen steigen, weil die Gesamt-Anzahl der Schüler steigt. Auch der prozentuale Bedarf wächst bis 2028, prognostiziert das Fachbüro. Nach den Sommerferien 2019 sind OGS-Plätze für 46 Prozent aller Grundschüler vorhanden. 2028 sollen es dann 56 Prozent sein. Anders gesagt: Selbst wenn die absoluten Schülerzahlen nach 2023 wieder fallen - der OGS-Bedarf bleibt hoch.

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