Hahn Hans plötzlich weg: „Das Krähen hat wohl gestört. Also hat man ihn entsorgt.“

hzVerschwundenes Tier

Aus dem Stall geholt und dann gewaltsam weggeschleppt – das muss ihrem Hahn Hans passiert sein, vermutet eine Schwerterin (54). Auf der Suche nach dem Täter hat sie eine sichere Vermutung.

Schwerte

, 05.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Tier ist weg, nur die Federn liegen noch überall auf der Wiese im Garten verteilt. Die Fußabdrücke, die Petra Schöpl nur wenige Meter daneben entdeckte, hat der Regen mittlerweile weggespült. Die Schwanzwurzel, die der Täter dem Hahn wohl herausgerissen und einfach hat liegen lassen, hat sie mittlerweile entsorgt. Zu grausam ist die Vorstellung, was ihrem Tier passiert sein muss.

Am Samstagabend war noch alles in Ordnung. Als Petra Schöpl gegen halb acht von der Arbeit nach Hause kam, waren alle sechs Hühner und Hahn Hans im Stall, das kleine Tor schon verschlossen.

Erst im Verlauf des Sonntags fiel der 54-Jährigen plötzlich auf, dass der große karamellbraune Hahn fehlte. Dafür lagen die Federn überall herum – an einer Stelle waren es besonders viele – und auch die mehrere Zentimeter dicke Schwanzwurzel, die ihrem Hans herausgerissen wurde.

Raubvogel und Fuchs kommen eigentlich nicht in Frage

„Wer macht so etwas?“, fragt sie sich seitdem, glaubt aber, die Antwort selbst zu kennen. Ein Greifvogel komme nicht in Frage. Schließlich war das junge Tier ein Brahma-Hahn, gehörte also zu den größten seiner Art. Ungefähr hüfthoch und fünf Kilo schwer sei er gewesen. Viel zu viel also für einen Raubvogel.

Überall liegen noch die Federn des Hahns herum. Für Petra Schöpl ein klares Zeichen: Das Tier muss sich gewehrt haben.

Überall liegen noch die Federn des Hahns herum. Für Petra Schöpl ein klares Zeichen: Das Tier muss sich gewehrt haben. © Aileen Kierstein

Auch ein Fuchs kann es eigentlich nicht gewesen sein. „Dann würden meine Hunde anschlagen. Die sind abgerichtet, seit wir an unserem alten Wohnort mal ein Fuchsproblem hatten.“

Zwei Collies und ein Dackel bewachen das Grundstück der Familie Schöpl am Talweg. Und, das weiß Petra Schöpl, „der Fuchs hätte nicht nur den Hahn, sondern auch die Hühner getötet und sie dann weggeschleppt“.

Überhaupt kann sie ein anderes Tier als Täter eigentlich ausschließen. „Da war dieser Abdruck von einem Turnschuh. Wir selbst tragen aber immer nur Gummistiefel im Garten.“

Er muss vom Nachbargrundstück über den flachen Maschendraht in den Garten gekommen sein. „Vielleicht auch nachts. Die Tür zum Stall ist ja nicht abgeschlossen, von außen bekommt man die einfach auf.“

Einen konkreten Verdacht hat sie zwar nicht. Nur so viel: „Wer auch immer es war, muss sich schon ein bisschen auskennen.“

Der Verdacht: Jemand hatte die Nase voll von der Lautstärke

Ein wunderschönes Tier sei ihr Hans gewesen – und sehr zutraulich, ließ sich auch direkt streicheln. „Ich denke, es passte einem nicht, dass er kräht. Da hat man ihn entsorgt. Es ist einfach nur grausam.“ Beschwerden wegen der Lautstärke habe es aus der Nachbarschaft nicht gegeben. Deswegen versteht die 54-Jährige auch nicht, warum das alles passiert ist.

Die Brahma-Hühner um Hahn Hans sind noch im Außengelände von Familie Schöpl zurückgeblieben.

Die Brahma-Hühner um Hahn Hans sind noch im Außengelände von Familie Schöpl zurückgeblieben. © Aileen Kierstein

„Wenn sich jemand gestört gefühlt hat: Man hätte ja einfach anklingeln können. Wir lassen ja mit uns reden.“ Sie habe auch eine spezielle Vorrichtung im Keller gebaut, damit das Tier im Notfall dort die Nacht verbringen kann. „Wenn zum Beispiel Vollmond ist, dann hat er nachts im Stall gekräht. Klar hört man das. Aber niemand hat je etwas dagegen gesagt.“

„Meine Vermutung ist, dass sie ihn um die Ecke gebracht haben.“

Theoretisch hätte Petra Schöpl sich schon einen neuen Hahn zulegen können. Ihre Tiere holt sie meist aus dem Tierschutz oder rettet sie vor dem Schlachter. Doch die Angst, dass so etwas noch einmal vorkommt, ist zu groß. „Es bringt ja nichts. Hinterher nehmen sie mir den auch wieder weg oder schlachten ihn.“

Hühner habe sie gefühlt schon immer besessen. In ihrem Garten leben sie auf riesiger Fläche und legen auch regelmäßig Eier für den Haushalt. Nur im Moment nicht. „Die merken natürlich, dass plötzlich jemand fehlt. Und sie haben natürlich auch mitbekommen, dass jemand hier eingedrungen ist.“

Die Zeitschaltuhr (grün) lässt um 19 Uhr das Tor automatisch herunterfahren. Erst um 9 Uhr geht es wieder hoch. Die große Tür rechts im Bild kann trotzdem jeder Mensch öffnen.

Die Zeitschaltuhr (grün) lässt um 19 Uhr das Tor automatisch herunterfahren. Erst um 9 Uhr geht es wieder hoch. Die große Tür rechts im Bild kann trotzdem jeder Mensch öffnen. © Aileen Kierstein

Petra Schöpl geht davon aus, dass sie den Hahn nicht mehr wiedersieht. Trotzdem sucht sie noch nach Hinweisen. Vielleicht habe ja jemand das Tier gesehen oder etwas Verdächtiges bemerkt. „Meine Vermutung ist aber, dass sie ihn um die Ecke gebracht haben.“

Wer hat Verdächtiges bemerkt?

  • Hinweise nimmt die Polizei in Schwerte unter der Tel. (02304) 921 3320 entgegen.
  • Auch Petra Schöpl freut sich über Tipps unter Tel. (0172) 5189156.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt