Westhofen als Stadt: Hans Mewes schreibt Kindheits-Erinnerungen auf

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Hans Mewes (82) zog 1949 nach Westhofen. Seine Erinnerungen an diese Zeit hat er detailliert aufgeschrieben. Aber er weiß nicht, ob sein Buch jemals veröffentlicht wird.

Westhofen

, 03.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hans Mewes hat seine Kindheit scheinbar sehr intensiv gelebt, oder er hat einfach nur ein gutes Gedächtnis. Jeder Name jedes Spiel- oder Klassenkameraden ist noch präsent. Jeden Straßennamen und jedes Haus in Westhofen kann er aufzählen. Obwohl er seit 50 Jahren in Solingen wohnt.

Dieser Schatz an Erinnerung regte den 1938 geborenen Mewes an, mal in Gedanken einen Rundgang durch das Nachkriegs-Westhofen zu machen, und aufzuschreiben, was dabei zusammenkommt.

Zehn Jahre Arbeit an seinem Buch

Seit rund zehn Jahren arbeitet er an diesem Manuskript, das bislang nur als Textdatei auf seinem Rechner existiert. Sein Sohn hat immer wieder alte Fotos eingescannt und digital in die Datei eingefügt.

Hans Mewes verlebte den Zweiten Weltkrieg in Quedlinburg im Harz. Sein Vater starb als Soldat. Als der „Hänschen“ genannte Junge elf Jahre als war, folgte seine Mutter ihrer neuen Liebe nach Westhofen.

„Wir wurden hier sehr herzlich empfangen“, sagt Mewes. Das, so glaubt er, war die Grundlage dafür, dass er sich in Westhofen sofort wohl fühlte. Seine dreitägige Reise ins Ruhrgebiet und die erste Zeit hier empfindet er rückblickend als Abenteuer. „Die Welt war so anders“, sagt Mewes.

Als Westhofen noch eine kleine Stadt war

Westhofen war eine Stadt, und das Amt Westhofen reichte von Garenfeld bis Lichtendorf. Es lebten in dieser Zeit Tausende Geflüchtete in Westhofen. Und wenn man etwas kaufen mussten, brauchte man nicht weit zu fahren. In dem kleinen Städtchen gab es alles.

Mewes liebte die Mentalität der Schwerter: „Ich bin gelernter Westfale“, sagt er heute. Noch immer ist er Mitglied in der 5. Kompanie der Schützen-Bürgerwehr Freiheit Westhofen. Und viele Verwandte leben noch in Schwerte.

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Wurzeln schlug er trotzdem nicht am Ruhrufer. Nachdem er die Mittlere Reife erreicht hatte, machte er seine Fachhochschulereife in Bremen. In Marl ließ er sich dann zum Kaufmann ausbilden und beendete seine unstete Zeit in Solingen.

Veröffentlichung wäre eine große Anstrengung

Sein eigener Wunsch, seine Erinnerungen zu bewahren, führten ihn schließlich zu einem Zeitzeugen-Projekt in Solingen. Zusammen mit Gleichgesinnten schrieb er die Kindheits-Erinnerungen anderer Solinger auf.

Daraus sind mittlerweile zwei Bücher entstanden, die wirklich erschienen sind. Die Arbeit daran bremste jahrelang das Vorankommen an seinem eigenen Buch. Das ist zwar jetzt abgeschlossen, wie er meint, doch die Anstrengung, einen Verlag zu suchen und es drucken zu lassen, schreckt ihn momentan noch ab. Aufgegeben hat er die Idee aber noch nicht.

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