Ein Schild mit der Aufschrift «zu verkaufen» steht auf einem Grundstück mit einem Einfamilienhaus.. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Immobilienpreise

Haus gesucht? Schwerte ist das teuerste Pflaster im Kreis Unna

Ob Gutachter, Marktforscher oder Bausparkasse – in einem sind sich alle einig: Die Immobilienpreise steigen. Und zumindest die Gutachter sagen: Immobilien werden über Wert gehandelt.

Ein Einfamilienhaus in Schwerte: Da gibt es wenig Angebote auf dem Markt, dementsprechend sind die Preise. 650.000 Euro soll ein 183 Quadratmeter großes Einfamilienhaus mit 536 Quadratmetern Grundstück auf dem Sommerberg kosten. Das Haus in bester Lage stammt allerdings aus den 70er-Jahren und ist noch mit einer Ölheizung ausgestattet. In weniger schöner Lage, dafür deutlich neuer, werden für 158 Quadratmeter Wohnfläche 680.000 Euro aufgerufen.

Kosten fürs Eigenheim stiegen um 21 Prozent

Die Immobilienpreise in Schwerte steigen immer weiter. Im vergangenen Jahr stiegen die Kosten fürs Eigenheim um 21 Prozent, so eine Studie der Bausparkasse LBS. Und auch die Datenbank Boris, in der die Gutachterausschüsse des Landes die Bodenrichtwerte eintragen, zeigt eine Explosion der Preise an. So kostete ein Eigenheim in Ergste im Jahr 2020 noch 2910 Euro pro Quadratmeter, in der gleichen Lage im Jahr darauf 3320 Euro pro Quadratmeter. Und die Eintragungen werden immer spärlicher, denn der Gutachterausschuss orientiert sich ausschließlich an Grundstücksgeschäften, die auch gelaufen sind.

Bei der LBS läuft das anders: Hier hat man die Immobilienexperten des eigenen Unternehmens und der damit verbundene Sparkassen befragt. Insgesamt wurden bundesweit 600 Immobilienexperten der LBS und Sparkassen vom Marktforschungsinstitut Empirica befragt. Das Ergebnis: „Die Preise gleichen sich dem Dortmunder Niveau an, zumal Schwerte optimal an die Autobahnen angeschlossen ist“, erklärt Erik Schindel.

80 Quadratmeter für fast 300.000 Euro

Laut der LBS-Studie wird eine neue Eigentumswohnung mit 80 Quadratmetern in Schwerte für durchschnittlich 292.000 Euro angeboten. Das entspricht 3.650 Euro pro Quadratmeter. Bei gebrauchten Wohnungen liegen die Quadratmeterpreise bei 2.000 Euro. Erschlossene Baugrundstücke kosten durchschnittlich 265 Euro je Quadratmeter, die Einstiegspreise liegen bei 250 Euro. Für ein neues Reihenhaus werden im Schnitt 345.000 Euro aufgerufen, gebraucht sind es 245.000 Euro.

Doch Schwerte ist von jeher für Immobilienkunden ein teures Pflaster. LBS-Gebietsleiter Erik Schindel: „Im Umland geht es aber auch teilweise günstiger. So liegen die Preise für Reihenhäuser im Kreis Unna bei neu 295.000 Euro und gebraucht bei 240.000 Euro.“

Günstige Zinsen und Coronapandemie

Zu den Preistreibern bei Immobilien gehören zum einen natürlich die schon seit langem niedrigen Zinsen. Ein Zusatzeffekt bescherte dem Markt aber die Corona-Pandemie. Seitdem ist die Nachfrage nach Immobilien deutlich gestiegen.

Der Gutachterausschuss des Kreises Unna, der die Immobilienpreise für den Kreis außer Lünen und Unna im Blick hat, nennt die Preisanstiege rasant. Wobei Schwerte aktuell das teuerste Pflaster im ganzen Kreis ist. Der Durchschnittspreis für ein freistehendes Haus liege hier bei rund 420.000 Euro. Ein vergleichbares Haus im zweitteuersten Ort des Kreises, in Holzwickede, würde nur 380.000 Euro kosten.

Der Gutachterausschuss hält übrigens diese Preise längst für überteuert. Im mittleren Preissegment würden Immobilien derzeit 20 Prozent über dem Preis, der eigentlich angemessen wäre, gehandelt – im unteren Preissegment sogar 50 Prozent darüber.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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