Heidebürger fragen: Wie stehen die Parteien zur Bebauung der Felder?

hzWohnen in Schwerte

Der Unmut gegen ein Neubaugebiet auf den letzten Äckern an der Waldstraße wird lauter. Die Bürgerinitiative Schwerterheide informierte und plant weitere Protestaktionen gegen das Vorhaben.

Schwerterheide

, 24.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Tiefflug segeln Mehlschwalben über die Maispflanzen, die mannshoch in die Höhe geschossen sind. „Da drüben im Wald wohnen Rehe“, sagt Anja Poscheck und zeigt mit dem Arm ein Stückchen weiter über den Acker. Sogar ein Dachs wage sich nachts in ihren Garten, wie ein Jäger anhand der Spuren lesen konnte. Doch dieses Natur-Idyll am Rand des Schwerter Waldes sieht die Kornweg-Anwohnerin wie viele ihrer Nachbarn in Gefahr, wenn das letzte freie Feld an der Waldstraße tatsächlich zu einem Baugebiet würde.

Bürgerinitiative Schwerterheide macht mobil gegen Baupläne

Nachdem bekannt wurde, dass die Immobilien-Entwicklungsgesellschaft (IEG) Schwerte das Grundstück gekauft hat, machen sie in der Bürgerinitiative Schwerterheide mobil gegen mögliche Baupläne. Trotz kurzfristiger Einladung und strömenden Regens - so Sprecher Jens Mackner - seien am Sonntagnachmittag rund 50 Interessierte zu einem Info-Treffen an der Ecke Waldstraße/Kornweg gekommen: „Wir waren positiv überrascht.“

Der Anwohner und Rechtsanwalt Jens Macker ist einer der Sprecher der Bürgerinitiative Schwerterheide.

Der Anwohner und Rechtsanwalt Jens Macker ist einer der Sprecher der Bürgerinitiative Schwerterheide. © Reinhard Schmitz

„Wer macht denn Stadtentwicklung in Schwerte: Die IEG mit ihren Geschäftsführern oder der Rat?“, fragt Jens Mackner. Wie er erfahren habe, sei an dieser Gesellschaft - neben Stadtwerken und Stadtsparkasse - die Stadt Schwerte mit einer Mehrheit von 76 Prozent beteiligt. Der „Aufsichtsrat“ werde von den Politikern Marco Kordt (CDU), Heinz Haggeney (SPD) und Bruno Heinz-Fischer (Grüne) gebildet: „Wie kann eine GmbH, die der Stadt zu 76 Prozent gehört, dazu kommen, eine als Landschaftsschutzgebiet geschützte Fläche, mit dem Ziel, diese zu Bauland zu machen, zu erwerben?“ Nachdenklich macht die Bürgerinitiative auch, dass die Umwandlung des Ackerlands zu Bauland erst nach Abschluss der Kaufverträge erfolgen solle.

Besser Industriebrachen für Neubauten nutzen

Man sei nicht grundsätzlich gegen die Schaffung von neuem Wohnraum, betont der Sprecher, der auch die IEG nicht verteufeln möchte. Doch statt einer „Ausfransung“ des Stadtrands könnte sich seine Bürgerinitiative Baugebiete etwa auf dem Gelände der früheren Freizeit-Allwetterbads vorstellen. Oder auf möglicherweise bald entstehenden Industriebrachen am Rande der Innenstadt, falls sich für Hoesch Schwerter Profile tatsächlich kein Investor mehr fände.

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Das Thema kocht hoch auf der Schwerterheide. „Wenn ich im Garten bin, wird man viel angesprochen“, berichtet Anwohnerin Astrid Tiefenbach. „Die Leute rundum fragen, welche Partei befürwortet das und welche nicht?“, ergänzt Anja Ponscheck. Als großen Vorteil sehen die Mitglieder der Bürgerinitiative, dass sie jetzt im Vorfeld der Kommunalwahl tätig werden können. Um noch mehr auf sich aufmerksam zu machen, planen sie weitere Aktionen wie einen Fahrradcorso. „Das ist umweltfreundlich, und man kann die Corona-Abstände einhalten“, sagt Anja Ponscheck.

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