Hermann-Kuchen statt Lillifee-Torte

Backen im Familienzentrum

SCHWERTE Kuchen Hermann hat keinen leichten Start. Er ist out, absolut out – das lassen die Kinder schonungslos durchblicken. Nur eine Torte mit Prinzessin Lillifee oder Batman könnte noch Pluspunkte bringen. Es scheint hoffnungslos.

von Von Anne Petersohn

, 10.07.2009, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Hermann jedenfalls hat noch nie jemand gehört – und das ist schon die zweite Enttäuschung an diesem Tag. Ein Klick ins Internet hatte vorher bereits alle Kindheits-Illusionen zerstört. Früher war es das Größte, ein bisschen Teig in einem Marmeladenglas mit nach Hause zu nehmen. Angeblich kannten nur ausgewählte Hausfrauen die Zutaten – das Rezept war streng geheim. Heute zeigt sich: Es gibt hunderte Weisheiten rund um den Hermann. Mehl, Zucker, Wasser, Hefe – mehr braucht er nicht. Doch die Kinder wissen von all dem ohnehin nichts. Sie lauschen dem Brief, in dem Hermann seine Forderungen aufgeschrieben hat. Er will bewegt und gefüttert werden, zehn Tage lang, bis er endlich in den Backofen kann. Dieser Kuchen ist anspruchsvoll – das wird den Kindern schnell klar.

Vorsichtig füllen die Kinder Mehl in die Tasse, bis sie randvoll ist, geben dann Zucker, Hefe und Wasser in eine Schüssel. Jeder will anfassen, mitmachen, umrühren. Kimberley, Max und Dolores erzählen zwischendurch beschwingt von ihren Lieblingskuchen. "Schokokuchen und Prinzessin-Lillifee-Torte sind das Allerbeste" – darin sind sich zumindest die Mädchen einig. Wo Hermann in der Beliebtheitsskala landet, muss sich noch herausstellen. Denn erst am Freitag können die Kinder ihn backen und probieren. Bis dahin bleibt der Teig in den Schüsseln, ruht in der Küche. Hermann wartet auf seine große Stunde – oder die große Niederlage. 

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