Historische Fotos: Schwerter fuhren mit der Straßenbahn nach Hörde

hzStraßenbahn in Schwerte

Tram, Straßenbahn oder Schienenverkehr, egal wie man es nennt, früher war die Straßenbahn in Schwerte oft die angenehmste Art der Fortbewegung. Historische Fotos erinnern an diese Zeiten.

Schwerte

, 12.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zu Zeiten der Einführung der Schwerter Straßenbahn befuhren lediglich Pferdefuhrwerke die leeren Straßen. Die Postkutsche war das Beförderungsmittel, auf das die Menschen bis zur Einführung der Straßenbahn angewiesen waren.

Auf der offenen Plattform stand noch der Fahrer der Straßenbahn, als sie in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts mitten durch die Hüsingstraße ratterte.

Auf der offenen Plattform stand noch der Fahrer der Straßenbahn, als sie in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts mitten durch die Hüsingstraße ratterte. © Reinhard Schmitz (Repro)

In Schwerte wurde die Postkutsche am 18. Mai 1899 durch die Hörder Straßenbahn abgelöst. Ab diesem Zeitpunkt war die Straßenbahn das Beförderungsmittel Nummer eins. Auch die Eisenbahn befand sich noch im Aufbau.

30 Pfennig für eine Straßenbahnfahrt

30 Pfenning kostete vor dem Ersten Weltkrieg eine Fahrt mit der Tram, die von Hörde nach Schwerte und andersherum fuhr. Das war die Linie 3. Es folgte im Jahr 1903 eine Verlängerung bis Westhofen, die eine Weiterführung als Standseilbahn bis zur Hohensyburg erhielt: die Linie 4.

An ihrer Endhaltestelle auf dem Marktplatz wartet die Straßenbahn darauf, quietschend zurück nach Hörde zu zuckeln.

An ihrer Endhaltestelle auf dem Marktplatz wartet die Straßenbahn darauf, quietschend zurück nach Hörde zu zuckeln. © Reinhard Schmitz (Repro)

Insgesamt umfassten die Strecken der Hörder Kreisbahnen eine Länge von 38,3 Kilometern und einen Fahrzeugpark von 53 Triebwagen und 13 Beiwagen. Vor dem Ersten Weltkrieg fuhr die Straßenbahn im Zwölf-Minuten-Takt.

Mehr als 2,5 Millionen Fahrgäste

1927 wurde der Kreis Hörde aufgelöst, und die Schwerter Strecke wurde von der Dortmunder Straßenbahn übernommen. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1946) hatte die Straßenbahn zwischen Hörde und Schwerte viele Fahrgäste. Mehr als zweieinhalb Millionen Passagiere fuhren in den neun Triebwagen und 15 Beiwagen nach Hörde.

Die Straßenbahn fährt im Jahre 1911 noch durch die Rathausstraße auf den Postplatz zu. Später wurde die Strecke in die Karl-Gerharts- und Bahnhofstraße verlegt, um den Bahnhof Schwerte besser anzubinden.

Die Straßenbahn fährt im Jahre 1911 noch durch die Rathausstraße auf den Postplatz zu. Später wurde die Strecke in die Karl-Gerharts- und Bahnhofstraße verlegt, um den Bahnhof Schwerte besser anzubinden. © Reinhard Schmitz (Repro)

Im Jahr 1953 sah das schon ganz anders aus Die Zahl der Fahrgäste hatte sich mit knapp einer Million mehr als halbiert. Es folgte die Umstellung auf Omnibusse. Bei einer Fahrzeit von 35 Minuten hatte die Tram zuletzt nur noch 46 Zugpaare.

Mit Trauerflor zur letzten Fahrt

Am 30. Mai 1954 fuhr die Straßenbahn von Schwerte zum letzten Mal nach Hörde. Kurz vor Mitternacht versammelten sich immer mehr mehr Menschen auf dem Schwerter Marktplatz, um die letzte Fahrt in Richtung Hörde zu begleiten.

Zu ihrem Abschied am 30. Juni 1954 wurde die Straßenbahn an der Ecke Karl-Gerharts-Straße/Bahnhofstraße fotorafiert. Links ist das Hotel Reichshof, auf der Freifläche rechts entstand später die Bahnhofs-Apotheke, heute Optik Büttner.

Zu ihrem Abschied am 30. Juni 1954 wurde die Straßenbahn an der Ecke Karl-Gerharts-Straße/Bahnhofstraße fotorafiert. Links ist das Hotel Reichshof, auf der Freifläche rechts entstand später die Bahnhofs-Apotheke, heute Optik Büttner. © Reinhard Schmitz (Repro)

Der cremefarbene Wagen war mit Grün und Trauerflor geschmückt. Aus der Begleitung der Tram wurde ein spontanes Volksfest. An jeder Gaststätte auf der letzten Fahrt wurde angehalten und ein Abschiedstrunk gekippt.

Als die Straßenbahn im Jahre 1908 durch die Rathausstraße ratterte, hieß sie noch Hörder Straße. Aus dem Wirtshaus „Flora" am rechten Bildrand wurde später das Kino Reichskrone, heute ist dort die Automaten-Filiale der Sparda-Bank. Links gegenüber steht heute die Post.

Als die Straßenbahn im Jahre 1908 durch die Rathausstraße ratterte, hieß sie noch Hörder Straße. Aus dem Wirtshaus „Flora" am rechten Bildrand wurde später das Kino Reichskrone, heute ist dort die Automaten-Filiale der Sparda-Bank. Links gegenüber steht heute die Post. © Reinhard Schmitz (Repro)

Einige Fahrdrahthaken in alten Schwerter Häusern entlang der ursprünglichen Strecke erinnern noch an die Straßenbahn.

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