Büschelweise liegen die Hundehaare auf der Futterwiese am Alten Dortmunder Weg. © Birgit Siedelhofer
Tierschutz in Schwerte

Hundehaare im Gras: „Da können Pferde elendig von eingehen“

„Ich sehe das immer wieder mal“, kennt Dr. Stefan Wolf das Problem, das manche Hundehalter hinterlassen. Sie bürsten ihre Tiere in der Natur aus und lassen die Haare einfach zurück. Für Pferde kann das schlimme Folgen haben.

„Liegt da irgendwas, was noch halb lebt?“ Was sie auf der Wiese am Alten Dortmunder Weg entdeckte, beunruhigte Birgit Siedelhofer. Langsam bewegte sie sich näher heran, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dann entdeckte sie: Dicke Büschel von Hundehaaren waren auf dem Grün verstreut. Gerade so, als ob ein Hundebesitzer dort seinem vierbeinigen Liebling ausgiebig das Fell ausgebürstet hätte.

Aber das Gras – so weiß die Schwerterin – mähe doch ein Bauer als Futter für Pferde ab. Die Schafe, die man auf der Fläche hin und wieder sehe, dienten nur dazu, die Wiese mit ihrem Kot zu düngen.

Hundehaare im Gras sind große Gefahr für Pferde

Weil sie gleichzeitig begeisterte Reiterin ist, weiß Birgit Siedelhofer aber auch, dass Hundehaare für die Reittiere eine große Gefahr bedeuten. „Das Pferd geht da elendig von ein, wenn es das im Futter hat“, erklärt sie: „Es kann nicht erbrechen.“

Der Menge nach zu urteilen müsste das Fell am Alten Dortmunder Weg bestimmt von einem Hund vom Format eines Golden Retrievers gewesen sein: „Das ist richtig viel Unterwolle gewesen.“ Die Schwerterin schätzt das Tier auf eine Höhe von bestimmt 50 bis 60 Zentimetern. Wie andere Hunde auch, sei es wohl derzeit nach dem Ende des Winters im Fellwechsel.

Pferde mögen saftiges und sauberes Gras. Hundehaare zwischen den Halmen können für sie zu einer ernsthaften Gefahr werden.
Pferde mögen saftiges und sauberes Gras. Hundehaare zwischen den Halmen können für sie zu einer ernsthaften Gefahr werden. © Bernd Paulitschke (A) © Bernd Paulitschke (A)

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Schwerte, der Tierarzt Dr. Stefan Wolf, bestätigt die Gefahr für Pferde, wenn Hundehaare mit Gras oder Heu vermischt sind: „Das kann ganz üble Koliken nach sich ziehen.“ Die Darmmotorik von Pferden sei ziemlich schnell gestört, weil sie nicht erbrechen können: „Ein richtig großes Problem kann das sein.“ Zumal die Haare relativ beständig sind und sich lange halten.

Beim Nestbau der Vögel hilft die winzige Menge nicht

„Ich sehe das immer wieder mal“, kennt Dr. Stefan Wolf das Problem, das manche Hundehalter auf landwirtschaftlichen Flächen hinterlassen. „Warum machen die nicht zehn Schritte zum nächsten Abfalleimer?“ sagt Birgit Siedelhofer. Sie selbst bürstet ihren Hund im Garten und entsorgt die Haare anschließend in der Mülltonne.

Alternativ könne man die Aufgabe aber auch gut in einem gefliesten Raum – beispielsweise im Bad – erledigen. Dort lasse sich anschließend alles leicht zusammenfegen.

Gehört hat Birgit Siedelhofer auch schon die Ausrede, mit dem Zurücklassen der Hundehaare in der Natur den Vögeln beim Nestbau helfen zu wollen. Doch dafür seien das nur „minimale Mengen“, erklärt Dr. Stefan Wolf. Die Gefahr, dass sich Vögel darin die Beine abschnüren, sieht er weniger: „Das ist relativ unwahrscheinlich wegen der geringen Mengen.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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