Vom "Treffe" aus geht es am Samstag, 24.4., los mit der Sammelaktion. © Bülow
Aktion an der Ruhr

„Ich war fassungslos über den Zustand der Ruhr“: Clean-up am Samstag in Schwerte

Für eine saubere Ruhr rufen Tobias Bülow und Timo Reinecke vom Treffe anne Ruhr zum Ruhr Clean-Up auf. Am Samstag (24.4.) können freiwillige Helfer mit Maske und Abstand mitziehen.

Gemeinsam die Welt ein bisschen besser machen: Das ist das Ziel der Ruhr Clean-Up Aktion am Samstag (24.4.). Inspiriert ist die Aktion vom großen jährlichen Ruhr Clean-Up, das auch in diesem Jahr wieder am 11. September stattfinden wird.

Die kleine Version der Aktion ins Leben gerufen hat Musiker und Bildhauer Tobias Bülow. Er ist im Oktober letzten Jahres nach Schwerte gezogen und hat ein Atelier auf der Ohler Mühle. „Ich möchte dort meine Präsenzkurse in Trommeln und Bildhauerei geben. Ich hoffe, dass ich nach den Sommerferien lehren kann“, so Bülow.

Viel Müll in der Ruhr und Umgebung

Der gebürtige Dortmunder hat schnell die Ruhr und ihre umgebende Natur entdeckt. „Ich bin sehr naturverbunden und umweltbewusst, fotografiere auch gern Tiere, vor allem Vögel.“ Doch beim Spazieren an der Ruhr fiel ihm schnell ins Auge, wie viel Müll herumliegt – vor allem oberhalb der Staumauer sei es schlimm. „Ich war fassungslos über den Zustand der Ruhr.“

Vom „Treffe“ aus geht es am Samstag (24.4.) los mit der Sammelaktion. © Reineke © Reineke

Tobias Bülow zur Seite steht auch das Team vom Treffe anne Ruhr. Timo Reineke und sein Partner Timo Buhrmester haben im vergangenen Jahr die Stärkungsstation nahe der Ohler Mühle eröffnet. Sie verkaufen regionale Produkte und arbeiten müllfrei, wo immer es nur geht. „Wir wollen Bewusstsein schaffen für das, was wir auch in und mit unserem Laden transportieren“, sagt Reineke.

Er und Bülow lernten sich im vergangenen Jahr kennen und fanden schnell eine Gemeinsamkeit. Reineke: „Wir haben uns über die Situation entlang der Ruhr unterhalten. Durch das offizielle Ruhr Clean-Up waren wir inspiriert.“

Künstler Tobias Bülow hat die Aktion ins Leben gerufen. © Bülow © Bülow

Für Bülow sei es das erste Mal, dass er eine solche Aktion ins Leben rufe. „In einem Zeitungsartikel haben wir die Aktion erwähnt – seitdem gab es schon Feedback und es wollen auch einige kommen, um mitzuhelfen.“ Unterstützung gebe es auch von Seiten der Ohler Mühle und natürlich privat.

Und auch die Stadt Iserlohn greift Bülow und Reineke unter die Arme: „Uns werden Greifzangen und Müllsäcke zur Verfügung gestellt. Außerdem holt die Müllabfuhr die gefüllten Säcke hinterher auch ab. Die Stadt unterstützt unser Vorhaben dankend“, sagt Bülow.

Zeitpunkt der Aktion ist gut gewählt

Der Zeitpunkt der Aktion ist strategisch gut gewählt. „Die Wachstumsphase der Uferpflanzen beginnt gerade erst, noch sind sie sehr klein. Jetzt kann man noch viel von dem Müll aufnehmen, der nicht mehr gut sichtbar ist, wenn die Pflanzen höher wachsen. Er lässt sich jetzt auch noch besser einsammeln.“

Doch man könne sich, so Reineke, durchaus vorstellen, die Aktion in einem regelmäßigen Intervall zu wiederholen. „Das bietet sich auch dadurch an, dass das ‚Treffe‘ so regelmäßig geöffnet ist.“

Timo Reineke vom Treffe anne Ruhr unterstützt Tobias Bülow bei der Aktion. © Reineke © Reineke

Die Aktion startet am Samstag um 15 Uhr am Treffe anne Ruhr nahe der Ohler Mühle. Es wird darum gebeten, auf die Abstandsregeln und das Tragen einer Maske zu achten. Es ist außerdem sinnvoll, Gummistiefel anzuziehen und Handschuhe mitzunehmen für den Fall, dass der Müll mit den Händen aufgesammelt werden muss. Informationen gibt es auch auf der Webseite: www.treffeanneruhr.wordpress.com.

Bülow und Reineke freuen sich auf die Aktion – und sind schon gespannt. „Solche Aktionen können Spaß machen – der Spirit dahinter zeigt: Es geht auch anders, man kann etwas Gutes für die Natur tun“, so Bülow. Sein größter Wunsch: „Ich hoffe, dass sich mehr und mehr Leute für die Natur engagieren.“

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
Zur Autorenseite
Avatar
Lesen Sie jetzt