Ihm reicht’s: Gemüsehändler Ulrich verlässt den Wochenmarkt in Richtung Ruhestand

hzWochenmarkt in Schwerte

57 Jahre hat Klaus-Peter Ulrich mit Gemüse gehandelt. Jetzt macht der Markthändler Schluss. Ärger um den Stellplatz vor der Kirche hat die Entscheidung für den Ruhestand beschleunigt.

Schwerte

, 20.04.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Zwölfjähriger hat Klaus-Peter Ulrich seinen Vater schon nach der Schule auf dem Kartoffelwagen begleitet. Als 69-Jähriger geht der bekannte Schwerter Markthändler jetzt in den Ruhestand. Dazwischen liegen 57 Jahre als Obst- und Gemüsehändler und „Rampensau“ des Marktgeschäfts vor der St.-Viktor-Kirche.

Während seine Ehefrau Brigitte sich auf die ruhigere Zeit freut, hört Klaus-Peter Ulrich nicht gerne auf, wie er sagt. Aber: „Nicht nur die Zukunft des Schwerter Wochenmarktes erscheint uns nach dem im Sommer bevorstehenden Betreiberwechsel ungewiss“, erzählt er nicht ohne Groll, „ein Schreiben der evangelischen Kirchengemeinde hat mir den Rest gegeben. Ich darf den Kircheninnenhof und das Grundstück vor der Kirche nicht mehr nutzen.“

Streit um Feuerwehrzufahrt und Trauungen

Die Gemeinde habe sich zu diesem Schritt entschlossen, erklärte Presbyteriumsvorsitzender Dr. Klaus Johanning auf Anfrage, weil der Markthändler unter anderem ständig mit seinem Fahrzeug die Feuerwehrzufahrt zum Gemeindezentrum blockiert habe. „Wenn wir ihn gebeten haben, samstagsnachmittags den Kircheneingang für Hochzeitsgesellschaften zu räumen, hat er oftmals ausfallend und uneinsichtig reagiert“, berichtet der Pfarrer.

Das von der Gemeinde verfolgte Ziel vom „leben und leben lassen“ habe nicht funktioniert, deshalb nun das Machtwort, das aber kein grundsätzliches Verbot für den Marktstand darstelle. Vor einer weiteren Entscheidung will das Presbyterium abwarten, wie die Marktregelung sich ab Sommer darstellt.

Den Markt will Klaus-Peter Ulrich künftig meiden

Klaus-Peter und Brigitte Ulrich werden dann nicht mehr dabei sein: Der Samstag, 27. April, ist ihr unwiderruflich letzter Markttag. Dann geht‘s in Urlaub, danach will Ulrich sein Equipment verkaufen. Während die 66-Jährige auch künftig den Markt besuchen will, weiß Klaus-Peter Ulrich jetzt schon, dass er sich fernhalten wird. „Das tut mir zu sehr weh. Ich hätte schließlich gern noch ein paar Jahre gemacht.“

Auch, um die Zukunft des Schwerter Wochenmarktes mit seiner Expertise mitzugestalten. Um diese Zukunft macht er sich derzeit Sorgen. „Ich befürchte ein langsames Sterben des Wochenmarktes“, sagt der Gemüsehändler. „Dabei ist der Markt ein kulturelles Erbe, das erhalten werden muss.“ Das müssen künftig andere tun, denn Klaus-Peter Ulrich wird sich im Ruhestand seinen alten Mopeds und Autos widmen.

Dank an treue Kunden und langjährige Mitstreiter

Den Schwerter und Holzwickeder Kunden dankt das Markthändler-Ehepaar für ihre langjährige Treue. Amalfi-Zitronen und Kräuter-Tipps müssen die sich nun anderswo beschaffen.

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