Auch Dr. Thomas Spahn ließ sich impfen. Ganz frei von Nebenwirkungen war das aber nicht. © Schnitker
Covid 19

Impfung nicht ohne Nebenwirkungen bei Chefarzt Dr. Spahn – Pandemie zehrt am Durchhaltevermögen

Bei zwei Patienten des Marienkrankenhauses wurde eine Corona-Mutation nachgewiesen. „Wir dürfen in der Vorsicht nicht nachlassen“, sagt Chefarzt Dr. Spahn. Er selbst wurde geimpft, nicht ganz ohne Nebenwirkungen.

Die britische Mutation des Coronavirus ist in Schwerte angekommen. Insgesamt sechs Fälle (Stand Freitag, 12.2.) wurden bestätigt. Darunter waren auch zwei Patienten des Marienkrankenhauses. Im Gespräch mit der Redaktion betonte Chefarzt PD Dr. Thomas Spahn am Freitag, dass dies besondere Vorsichtsmaßnahmen auch für die Klinik nach sich ziehe. So werden künftig alle positiv getesteten Patienten im Krankenhaus auch auf die Mutation hin getestet.

Dauer der Pandemie zehrt am Durchhaltevermögen

Ansonsten entspreche der Umgang mit der Mutation weitgehend dem Umgang mit dem Wildtyp, also dem ursprünglichen Virus. „Die britische Mutation ist infektiöser, deshalb ist es wichtig, dass wir weiter miteinander sehr vorsichtig sind, Masken tragen, Abstand halten und die Hygienevorschriften beachten“, so Spahn. Das betont er auch, weil die Dauer der Pandemie schon am Durchhaltevermögen zehrt. „Wir dürfen aber in der Vorsicht nicht nachlassen.“

Der maßgebliche Unterschied im Umgang mit der Mutation des Virus beginnt aber erst nach der Testung außerhalb des Krankenhauses. Denn die heimische Quarantänezeit für die Mutation beträgt 14 und nicht zehn Tage, wie zuletzt für die ursprüngliche Form des Virus.

24 Corona-Fälle im Krankenhaus

Im Marienkrankenhaus werden an beiden Standorten derzeit 24 Corona-Fälle behandelt und zwar sieben am Standort Schützenstraße und 14 am Standort Goethestraße. Kreisweit gibt es derzeit 74 Corona-Patienten, die in Kliniken behandelt werden.

„Wir haben zwei Intensivstationen, auf jeder der Intensivstationen liegen derzeit zwei mit Corona infizierte Patienten“, so Spahn am Freitag im Interview. Bislang könne man noch nicht beobachten, ob sich im Laufe der Pandemie etwas an der Schwere der Corona-Infektionen verändert habe. Allerdings könne man feststellen, dass es aktuell in Krankenhaus wieder mehr Patienten mit Corona gibt, als in den vergangenen Tagen.

Beschäftigte erhielten zweite Impfdosis

Am vergangenen Montag erhielten die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marienkrankenhauses ihre zweite Impfdosis. Am Montag in einer Woche dürfte damit für sie der volle Impfschutz wirken. Geimpft wurden insgesamt 264 Pflegerinnen, Pfleger und Ärztinnen und Ärzte, die direkten Kontakt mit Patienten haben.

Auch Thomas Spahn hat sich impfen lassen. Und er hatte auch Nebenwirkungen: Er hatte einen Tag nach der ersten Impfung etwas Schüttelfrost und einen schmerzenden Arm: Die Nebenwirkungen seien aber relativ zügig wieder verschwunden. Manche Kolleginnen und Kollegen hätten sogar Grippesymptome entwickelt. Das sei aber alles relativ schnell und vor allem problemlos vorüber gegangen.

Immerhin wirkten die Antikörper, die nach der Impfung gebildet werden, auch gegen die Mutation.

Hoffnung auf Besserung im Sommer

Ein wenig Hoffnung kann Dr. Spahn den Schwertern machen: Im Sommer wird es auf jeden Fall besser. Nicht nur, dass dann vermutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Das Virus wird sich ähnlich wie das Grippevirus im Sommer nicht so stark verbreiten, sodass es auf jeden Fall weniger Fälle geben wird.

Als Mediziner warnt er natürlich auch vor zu frühen Lockerungen. Doch letztlich sei die Frage, wann man wieder lockern könne, ein politische. Er könne aber den am Mittwoch beschlossenen Inzidenzwert von 35 angesichts der aggressiveren Mutation des Virus nachvollziehen.

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Redaktion Schwerte
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