Gewerkschaft: Von „den Chinesen“ als Hoesch-Käufer nie gehört

hzInsolvenzverfahren in Schwerte

Für April und Mai ist die Beschäftigung bei Hoesch-Schwerter Profile laut Gewerkschaft gesichert. Aber die Uhr tickt für die Käufer-Suche. Eine wichtige Sitzung ist in dieser Woche.

Schwerte

, 28.04.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zitterparty bei Hoesch Schwerter Profile scheint nicht enden zu wollen. Seitdem das Großunternehmen Ende Dezember vergangenen Jahres einen Antrag auf Insolvenz gestellt hat, bemühen sich Insolvenzverwalter, Geschäftsführung und Betriebsrat um eine Rettung. Immer noch gesucht wird ein Käufer, der den Betrieb übernimmt und weiterführt. Die Industriegewerkschaft (IG) Metall zeigt sich weiterhin zuversichtlich, dass das Vorhaben gelingt. „Es gibt den einen oder anderen Interessenten“, sagt Geschäftsführer Jens Mütze von der zuständigen Gewerkschafts-Geschäftsstelle in Hagen. Die Angebote würden derzeit vom Insolvenzverwalter geprüft: „Das dauert seine Zeit.“

Gewerkschaft: „April und Mai sind aus heutiger Sicht gesichert“

Andererseits drängt die Uhr aber auch. Zwar ist durch Massenentlassung, Renteneintritt und eigene Kündigung die Zahl der Mitarbeiter an der Eisenindustriestraße schon um ein Viertel auf knapp über 300 geschrumpft. Aber deren Löhne und Gehälter müssen, nachdem das dreimonatige Insolvenzgeld des Arbeitsamtes ausgelaufen ist, vom Betrieb seit März wieder aus eigener Kasse gezahlt werden. „Bis jetzt kann das Unternehmen sich aus eigener Kraft halten“, erklärt Jens Mütze. Man habe Geld verdient, auch die Auftragslage sei gut. Deshalb ist der Gewerkschafter überzeugt: „April und Mai sind gesichert aus heutiger Sicht.“ Es werde weiterhin Beschäftigung geben.

Gläubigerversammlung wegen Coronakrise nur schriftlich

Die derzeitige Coronakrise mit ihren Kontaktbeschränkungen hat allerdings auch Einfluss auf das Insolvenzverfahren. Die Gläubigerversammlung, die in der vergangenen Woche stattfand, sei - so Jens Mütze - normalerweise eine Präsenzveranstaltung, zu der man erscheint. Diesmal jedoch habe das Amtsgericht Hagen die Gläubiger von Hoesch Schwerter Profile zwei Wochen vorher angeschrieben, dass sie ihre Forderungen schriftlich anmelden möchten. Der Richter werde sich jetzt mit den Forderungen beschäftigen und in ein oder zwei Wochen einen schriftlichen Bericht vorlegen. Darin werde er auch die Quote ausrechnen, auf die die Gläubiger hoffen können.

Jetzt lesen

In Sachen Käufer könnte man vielleicht schon etwas früher klarer sehen. Für Mittwoch, 29. April, sei eine Gläubigerausschusssitzung anberaumt, weiß Jens Mütze. Er hofft, dass dann der Insolvenzverwalter nach seinen Prüfungen vielleicht schon einen Interessenten vorstellen könnte. Von „den Chinesen“, von denen Gerüchte in Schwerte immer wieder wissen wollten, habe er allerdings nie gehört, betont der Gewerkschafter nochmals.

Lesen Sie jetzt