Investor plant 40 neue Wohnungen neben dem Ruhrtal-Gymnasium in Schwerte

hzBau am Nordwall

Das Ruhrtal-Gymnasium soll Nachbarn bekommen. Ein Investor plant ein großes Wohnprojekt am Nordwall und rückt dabei nah an die Schule ran. Doch politisch bleibt der Plan umstritten.

Schwerte

, 28.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Wiese, einige Fichten, ein paar Obstbäume und der Schulgarten - grün, aber nicht wirklich idyllisch ist der Bereich zwischen dem Ruhrtal-Gymnasium und der Bebauung am Nordwall. Und dann gibt es dort auch noch ein kleines Stück der historischen Stadtmauer. In diesem Bereich will die Firma Projektteam GmbH jetzt bauen. Rund 40 Wohneinheiten könnte man auf dem über 4000 Quadratmeter großen Grundstück unterbringen. Das gehört noch einer Erbengemeinschaft, die gerne verkaufen würde.

Die Stadt leitete den Wunsch der Investoren, der Projektteam GmbH, an den zuständigen Stadtentwicklungsausschuss des Rates weiter. Dort wurde die Vorlage aber bei der Sitzung im Frühjahr noch nicht diskutiert. „Wir haben den Antrag zurückgenommen“, so der Investor. Und auch bei der Sitzung des Planungsausschusses im Juni wird wohl nichts entschieden. Zu umstritten ist das Projekt noch in der Politik. Der Redaktion liegen die Pläne aber vor.

Investor plant 40 neue Wohnungen neben dem Ruhrtal-Gymnasium in Schwerte

Die rot gekennzeichneten Gebäude will der Investor sofort bauen. Das schraffierte Haus erst später. Oben links grenzt das Grundstück an den Sportplatz des RTG. © Stadt Schwerte

Schutzstreifen zur Stadtmauer

Der Plan des Projektteams sieht zunächst drei, später vier einzelne Gebäude vor, die sich um eine grüne Innenbereichsfläche gruppieren. Die Gebäude sollen unterirdisch durch eine Tiefgarage verbunden werden. Auch dem Denkmalschutz werde Rechnung getragen. Ein 15 Meter breiter Schutzstreifen zwischen Stadtmauer und Gebäudekante werde nicht nur das Mäuerchen, sondern auch gleichzeitig die bestehende Streuobstwiese schützen, so der Entwurf für einen Bebauungsplan.

Nach dem vorliegenden Konzept können insgesamt 30 bis 39 Wohneinheiten in unterschiedlichen Größenordnungen realisiert werden. Die Gebäude richten sich am Nordwall aus und sollen dreigeschossig mit einem zusätzlichen Staffelgeschoss werden. Ähnliche Häuser haben die Investoren auch am Reiche des Wassers gebaut.

Investor plant 40 neue Wohnungen neben dem Ruhrtal-Gymnasium in Schwerte

Das Grundstück selbst ist zum Teil mit hohen Bäumen bewachsen. Allerdings befindet sich auch ein Gebäude darauf. © Heiko Mühlbauer

Erschlossen über die Ostenstraße

Erschlossen werden soll das Neubaugebiet über eine Stichstraße, die von der Ostenstraße abgeht. Parkplätze für die neuen Anwohner würden in einer Tiefgarage geschaffen, so die ursprüngliche Vorlage für den Rat, der zwei Pläne angehängt sind. Auf dem einen sieht man, dass die neuen Gebäude relativ nah an das Ruhrtal-Gymnasium heranrücken sollen.

Die Grundstücke gehören noch einer Erbengemeinschaft. Ein darauf befindliches Haus soll zunächst stehen bleiben und der Bewohnerin lebenslanges Wohnrecht zugesichert werden. In dem Gebäude, das an dieser Stelle später gebaut werden soll, so verspricht der Investor, werden Sozialwohnungen gebaut. Laut Schreiben der Investoren sollen die Grundstücke vor Baubeginn notariell an die Projektteam GmbH übertragen werden. „Wir haben die Eigentumsfrage geregelt“, betont Investor Michael Schroer auf Anfrage.

Investoren sind in Schwerte nicht unbekannt

Deren Geschäftsführer sind in Schwerte nicht unbekannt: Wolfgang Behr und Michael Schroers Onkel waren einst am Bau des City-Centrums beteiligt, in dem sich auch immer noch die Büros der Firma befinden. Behr war später auch Entwickler für die Siedlung um die Friedrich-Hegel-Straße in Holzen, die im Volksmund Legoland genannt wird, und für die Neue Mitte in Hennen. Zuletzt hatte er am Bau der neuen Häuser am Reiche des Wassers mitgewirkt.

Während die Verwaltung den Plänen offensichtlich durchaus positiv gegenüber steht, ist das Thema politisch hoch umstritten. Der Antrag auf Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans wurde jedenfalls wieder von der Sitzung des zuständigen Ratsausschusses für Stadtentwicklung gestrichen. Der Investor nahm ihn daraufhin zurück und suchte das Gespräch mit den Parteien. Am heutigen Mittwoch will man sich vor Ort mit der CDU-Ratsfraktion treffen. Bei derem Vorsitzenden, der gleichzeitig Vorsitzender des Planungsausschusses ist, stießen die Pläne auf besonders deutlichen Widerstand.

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