Jedes Prozent kostet 150 000 Euro

SCHWERTE Mit bangen Augen schauen die Kämmerer der Städte nach Berlin, wo sich gestern die Tarifparteien im öffentlichen Dienst zum ersten Mal trafen.

von Von Heiko Mühlbauer

, 11.01.2008, 08:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jedes Prozent kostet 150 000 Euro

Das Stadtpersonal würde sich über mehr Geld freuen, die Stadtkasse würde es ungern bezahlen.

Und auch wenn keiner an die von Verdi geforderten acht Prozent glaubt: Für den Haushalt der Stadt, der am Mittwoch im Rat verabschiedet wird, steht fest, dass nachgebessert werden muss. 150 000 Euro kostet die Stadt jedes Prozent Gehalt mehr, das Verdi für die Bediensteten von Bund und Kommunen.

Für Beamte bereits Makulatur

Bislang sieht der Etatentwurf der Kämmerei eine Einkommenssteigerung von ein Prozent für Beamte und Angestellte der Stadt vor. In Bezug auf die Beamten ist das bereits Makulatur. Denn am 20. Dezember beschloss der Landtag deren Bezüge ab dem 1. Juli um 2,9 Prozent anzuheben. Damit kommen rund 28 000 Euro zusätzlich auf die Stadtkasse zu.

Richtig teuer wird aber der Tarifabschluss für die Arbeiter und Angestellten schätzt Jutta Götzke von den Zentralen Diensten der Stadt. Denn den 115 Beamten stehen 370 Tarifangestellte gegenüber. Sollten deren Gehalt nur um dreieinhalb Prozent steigen, schlüge das bereits mit 376 000 Euro zusätzlich zu Buche.

"Darüber hinaus werden wohl auch die Leistungsentgelte erhöht werden", schätzt Götzke. Und das bedeutet weiteren Aufwand für das Stadtsäckel. Insgesamt rechnete Jutta Götzke mit Mehrausgaben von mindestens 500 000 Euro, die für 2008 in den Haushalt eingearbeitet werden müssen. Weitere 600 000 Euro sollte der Haushaltsansatz für 2009 berücksichtigen. Geld, dass derzeit zumindest durch die durch die verbesserte Konjunktur steigenden Steuereinnahmen finanziert werden könnte.

Von der Reinigungsfachkraft bis zum Bereichsleiter

Die Gehälter der tariflich Beschäftigten bei der Stadt reichen von der Entgeltgruppe 2 (von 1449 bis 1935 Euro) bis zur Gruppe 14 (3060 bis 4360 Euro), die Berufsbilder der Nicht-Beamten von der Reinigungsfachkraft bis zum Bereichsleiter. Jutta Götzke rechnet übrigens persönlich mit einem Tarifabschluss von vier bis sechs Prozent.

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