Jetzt also doch: Neuer Ein-Euro-Shop zieht in die Schwerter Fußgängerzone

hzMährstraße/Hüsingstraße

Das Ladenlokal an der Ecke Hüsing-/Mährstraße bleibt nach dem Umzug von Ernsting´s Family nicht lange leer. Die Kette Euroshop eröffnet mit ihrem besonderen Geschäftsmodell eine Filiale.

Schwerte

, 04.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Rätsel, welches neue Geschäft in die 1A-Lage an der Ecke Hüsing-/Mährstraße einziehen wird, ist geklärt. Die Gerüchteküche hat Recht behalten. Ein Euro-Shop aus dem unterfränkischen Dettelbach wird in dem Ladenlokal eine weitere seiner schon über 300 Filialen eröffnen. So kündigen es rote Plakate in den Schaufenstern an, auf denen schon nach Verkäufern gesucht wird.

Damit müssen die Schwerter zum Einkaufen künftig nicht mehr in die Nachbarstädte Dortmund, Hagen, Unna oder Iserlohn fahren, wo die Schum Euroshop GmbH & Co. KG längst vertreten ist. Das Geschäftsmodell wurde nach der Euro-Einführung im Jahre 2002 entwickelt: Alle Artikel gibt es zum Einheitspreis von 1 Euro. Das Stammsortiment umfasst 2000 Produkte des täglichen Bedarfs, sozusagen von der Alufolie bis zu Zündhölzern. Es gliedert sich in Abteilungen wie Heimwerken, Schreib- und Spielwaren, Kurzwaren und Elektronik, Kosmetik und Essen. Dazu findet sich saisonale Aktionsware. „Wir überzeugen mit Qualität“, hat sich die Kette dabei als Motto gesetzt.

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Von Knüllerkiste zum Euroshop

Hinter dem neuen Angebot für die Ruhrstadt steht ein Unternehmen mit langer Tradition. Die Ursprünge - so informiert dessen Auftritt im Internet - gehen auf das Jahr 1877 zurück, als der 26-jährige Johann Eugen Schum in Würzburg eine Eisenwarenhandlung eröffnete. Der stetig gewachsene Betrieb wechselte 1974 auf ein neues Firmengelände in Dettelbach, wo für den Großhandel ein modernes Hochregallager gebaut wurde. 1991 eröffnete man die erste „Knüllerkiste“ als Vorgängerin des Euroshops, dessen erste Filiale 2004 in Bottrop entstand. Mittlerweile werden über 300 Standorte mit mehr als 2500 Mitarbeitern genannt.

An der Hüsingstraße 27, direkt gegenüber der Eisdiele Venezia, bezieht der Euroshop einen Platz im Herzen der Fußgängerzone, der ebenfalls eine lange Geschichte erzählen könnte. Ursprünglich stand dort ein Fachwerkhaus, in dem Schwertes letzter echter Nachtwächter Andreas Arnold (1792-1875) lebte. Der Mann war zuvor mit Napoleons Armee bis nach Russland gezogen, hatte dann die Seiten gewechselt und in den Freiheitskämpfen gegen den Franzosenkaiser gekämpft.

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Jahrzehntelang ein Schuhgeschäft

Nach dem Abriss des Nachtwächterhauses entstand an seiner Stelle das Geschäftshaus, in dem die jüdischen Schwestern Friederike und Rebecca Kugelmann ein Schuhgeschäft betrieben, das in der Pogromnacht am 9. November 1938 von den Nazis zerstört wurde. Die Ware und später auch die Geschäftsräume übernahm der Schuhkaufmann Rudolf Steinschulte mit einem Partner. Sein Name stand lange an dem Gebäude, das später das Schuhgeschäft Palm beherbergte. 2004 zog Ernstings Family ein, das sich kürzlich weiter unten in der Hüsingstraße vergrößerte.

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