Jetzt also doch noch: Stadt Schwerte verdonnert Huskie-Halterin nach Monaten zu Auflagen

hzHunde-Attacke im Hühnerstall

In Blutrausch gerieten Ende 2018 zwei Huskies. In einem Gehege in Wandhofen zerfleischten sie Hühner und Puten. Ein Tierarzt sah danach sogar Kinder gefährdet. Aber lange passierte nichts.

Wandhofen

, 02.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor Hundebissen können sich die Wandhofener sicherer fühlen. Die beiden Huskys, die im November in einem Kleintiergehege am Pettenhahnweg 15 Hühner und fünf große Puten zerfleischt hatten, dürfen nur noch mit Maulkorb und an der Leine vor die Tür.

Diese Zwangsmaßnahme habe die Stadt erlassen, erklärte der Pressesprecher der Stadt Schwerte, Ingo Rous, auf Anfrage. Die Anordnung bleibe erstmal bis zu einer endgültigen Entscheidung.

Denn die Hundehalterin hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet, wie es schon früher hieß. Ihr Widerspruch schwelt sozusagen noch.

Die Sache - so Rous weiter - „wird weiterhin in der zuständigen Verwaltungseinheit bearbeitet“. Mehr lässt die Stadt mit Hinweis auf das schwebende Verfahren nicht verlauten. Auch nicht, ob es zu einem Fall für das Gericht werden könnte.

Stadt erlässt Sicherheitsauflagen erst nach monatelanger Verzögerung

Mit der Anordnung der Sicherheitsauflagen ist nach monatelanger Verzögerung zumindest etwas passsiert, nachdem ein Tierarzt selbst Kleinkinder von den Huskys gefährdet sah, die rassebedingt einen starken Jagdtrieb haben. Die zuerst eingeschaltete Polizei hatte das Verfahren zuständigkeitshalber an die Stadtverwaltung abgegeben, die das Vorliegen einer Anzeige bestätigte.

Um zu prüfen, ob die Huskies als „gefährliche Hunde im Einzelfall“ einzustufen und welche Maßnahmen einzuleiten seien, hatte man das Veterinäramt des Kreises Unna zu Rate gezogen.

Im Januar lag dessen Gutachten vor, auf dessen Grundlage das städtische Ordnungsamt seine Entscheidung treffen sollte. Üblicherweise wird darin unter anderem geprüft, ob die Hunde richtig erzogen oder aggressiv sind und ob sich der Halter falsch verhalten hat.

Regelrechter Blutrausch im Hühnerstall

Die Huskies sollen sich im November beim Ausführen von der Leine losgerissen haben. Am Pettenhahnweg sprangen sie über die hohe Einfriedung eines Kleintiergeheges, wo sie in einen regelrechten Blutrausch geraten sein müssen.

Als Hühnerzüchter Peter Thiem hinzukam, fand er sämtliche Hühner und Puten totgebissen vor. Alle Viere von sich gestreckt, lagen die meisten blutgetränkt auf dem Rücken. Aus manchen Puten hatten die Greifzähne solche Stücke Fleisch herausgerissen, dass die Eingeweide zum Vorschein kamen.

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Die Polizei, die Peter Thiem alarmierte, wusste schon, dass eine Halterin aus Schwerte die Huskies vermisste. Die Frau konnte sie Hunde aus dem Gehege am Pettenhahnweg herausholen.

„Sie ging dann - oder vielmehr die Hunde gingen mit ihr - nach Hause“, berichtete später der Hühnerzüchter. Er hielt schon damals unter anderem Maulkorb und festes Geschirr für die Huskies für angebracht.

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