Lichtkünstler Jörg Rost (r.) und sein Mitarbeiter Steven Kleffman zeigen die Dankeschön-Möbel für ihre Crowdfunding-Aktion zugunsten der nächsten runde um den Block. © Heiko Mühlbauer
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Jörg Rost baut Holzdoppeldecker, mit dem Kinder durch den Garten fliegen können

Was haben Caféhaus-Tischchen und eine Kirchenbank mit der nächsten Runde um den Block zu tun? Es geht nicht um Kunst, sondern ums schnöde Geld, erklärt der Schwerter Lichtkünstler Jörg Rost.

Der Hof vor der Werkstatt von Lichtkünstler Jörg Rost steht derzeit voll mit Möbeln: Weichholztische im Stil kleiner Cafèhaus-Tischchen, einfache Hocker und sogar eine lange lange Kirchenbank. Höhepunkt ist ein kleines Modell eines Doppeldecker-Flugzeugs, gerade groß genug für zwei Kleinkinder. Doch die Gerätschaften sind nicht für eine neue Kunstaktion gedacht.

Neue Runde um den Block für Juli geplant

Es handelt sich um Dankeschöns für Unterstützer der Runde um den Block. Das Straßenkunst-Festival, das Rost im Corona-Jahr 2020 erfunden hatte, um zumindest ein kulturelles Highlight in Schwerte stattfinden zum lassen, soll im Juli einen Nachfolger bekommen.

Dafür hat Rost mit seinem Team eine Crowdfunding-Aktion auf die Beine gestellt. 10.000 Euro hofft er so für das Festival zu sammeln. Denn anders als im Corona-Jahr 2020 wird es 2021 nicht mehr so leicht sein, an Fördermittel zu gelangen. 2020 war die Kulturszene geschockt, die üblichen Formate mit viel Publikum und ohne Abstand konnten nicht mehr stattfinden, ein Plan B hatten die wenigsten in der Tasche.

Bis auf Jörg Rost: Der Schwerter Lichtkünstler entwickelte ein Straßenkunstfestival, das unter Corona-Bedingungen stattfinden konnte. Das große Problem an Abstand, Publikumsbeschränkungen und anderen Maßnahmen: Trotz verkaufter Tickets brauchte man für so ein Festival auch Förderung. Und das war in einem Jahr, in dem sonst nur wenig stattfand, relativ einfach.

Doch auch die Kulturszene hat sich mittlerweile auf die veränderten Bedingungen eingestellt und auch von Rosts Runde um den Block gelernt.

25 Euro für eine Tüte voll Licht

Deshalb soll nun mit Crowdfunding ein Teil der Kosten gedeckt werden. Die Aktion funktioniert so: Spenden kann jeder jeden Betrag. Doch ab 25 Euro gibt es ein Dankeschön, in Form von Erlebnissen oder eben von Rosts Schreiner-Arbeiten.

Das reicht von einer Tüte-Licht über eine Runde um den Block im motorisierten Dreirad (Ape) bis zur aufgearbeiteten Kirchenbank für 850 Euro. Für 1000 Euro beleuchtet der Lichtkünstler eine private Gartenparty, wenn die denn dann wieder stattfinden kann. „Wir haben die Preise bewusst so hoch gewählt, denn es sollen ja Spenden für die Runde um den Block sein“, erklärt Rost.

Nächste Runde geht nicht durch die City

Wer spenden will, kann das auf der Crowdfunding-Plattform Startnext unter der Suche „Runde um den Block“ machen. Bis zum 30. Juni kann gespendet werden. Und wer auf die Crowdfunding-Seite geht, kann ein bislang gut gehütetes Geheimnis erfahren. Die Nächsten Runde um den Block findet nämlich nicht in der Innenstadt statt, sondern rund um die Ruhrauen.

Und dann wäre da noch das Mini-Flugzeug: Das hat Jörg im Original für seine Enkel gebaut und es kann, an einem Stahlseil befestigt, samt der Kinder durch den heimischen Garten fliegen. Unter Aufsicht von Erwachsenen natürlich.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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