Johanniter Schwerte übernehmen Offenen Ganztag

Neuer Träger

Im Schwerter Schulbetrieb verändert sich etwas: Der Verein „Ergster Familien-Aktion“ (EFA) übergibt die Betreuung des Offenen Ganztags an einen neuen Träger. Ab August soll die Johanniter-Unfall-Hilfe das Angebot an sieben Standorten betreuen. Für Schwerter Familien interessant: Bei die Betreuungsumfänge bringt das Änderungen mit sich.

SCHWERTE

, 19.04.2017, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vertreter der Johanniter und der Stadt Schwerte bei der Vertragsunterzeichnung: V.l.stehend: André Lukas, Andrea Büchold, Sabine Reetz, Andreas Pap, sitzend: Wolfgang Baumbach und Hans-Georg Winkler.

Vertreter der Johanniter und der Stadt Schwerte bei der Vertragsunterzeichnung: V.l.stehend: André Lukas, Andrea Büchold, Sabine Reetz, Andreas Pap, sitzend: Wolfgang Baumbach und Hans-Georg Winkler.

Rund die Hälfte aller Schwerter Grundschulkinder besuchen den Offenen Ganztag. Das sind 799 Mädchen und Jungen an sieben Schulstandorten. Die meisten von ihnen wurden bisher vom Verein „Ergster Familien-Aktion“ (EFA) betreut. Das wird sich zum kommenden Schuljahr ändern. Dann übernehmen die Johanniter.

Der Verein EFA will sich künftig wieder seinen Kernaufgaben widmen, den Spielgruppen, der Kinderbetreuung Zwergenland und den Aktivitäten für Familien. Der zu einem mittelständischen Unternehmen herangewachsene Offene Ganztag mit 63 Mitarbeitern geht zum 1. August im Rahmen eines Betriebsübergangs an die Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Östliches Ruhrgebiet über.

Kompliziertes Verfahren einer europaweiten Ausschreibung

Am Mittwoch wurde im Rathaus der entsprechende Vertrag unterzeichnet. Schuldezernent Hans-Georg Winkler, Jugendamtsleiter Andreas Pap und die stellvertretende Bereichsleiterin Schule und Sport, Sabine Reetz, erklärten die Entscheidung für die Johanniter. Winkler: „Die OGS-Betreuung musste europaweit ausgeschrieben werden.

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Bei diesem komplizierten Verfahren haben wir uns anwaltlich von Fachjuristen beraten lassen.“ Andreas Pap ergänzt: „Am Ende gab es fünf Bewerber, von denen schließlich drei ein Angebot abgegeben haben. Das der Johanniter hat am besten abgeschnitten.“

Offener Ganztag ist für Johanniter noch Neuland

Die Johanniter im östlichen Ruhrgebiet sind zwar ein anerkannter Jugendhilfe-Träger, der Offene Ganztag ist für sie jedoch Neuland. Wolfgang Baumbach vom Regionalvorstand sowie André Lukas und Andrea Büchold, die sich künftig mit je einer halben Stelle um das Projekt kümmern, sind jedoch zuversichtlich, dass der Übergang von EFA zu den Johannitern reibungslos klappen wird.

Baumbach: „Wir haben bereits erste gute Gespräch mit dem Vereinsvorstand geführt und können auf der guten Arbeit des Vereins der letzten Jahre aufbauen.“ Auch Hans-Georg Winkler dankte dem Verein für die zuverlässige Arbeit und die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahre.

Die Mitarbeiter, die sich bisher an der Heideschule, der Grundschule Ergste, der Lenningskampschule, der Friedrich-Kayser-Schule, der Reichshofschule und der Albert-Schweitzer-Schule jenseits des Unterrichts um die Kinder kümmern, sollen zu unveränderten Konditionen übernommen werden. An der Grundschule Villigst bleibt der Verein

Warteliste unversorgter Kinder ist fast ganz abgebaut worden

Für die Schwerter Familien wird sich dennoch etwas ändern beim OGS-Angebot. Andreas Pap: „Wir bieten demnächst drei verschiedene Betreuungsumfänge an: OGS bis etwa 16 Uhr, die zeitsichere Schule bis zum späten Mittag und die Zeit vor Schulbeginn am Morgen.“ Mit diesen individueller zugeschnittenen Angeboten sei es gelungen, die Warteliste unversorgter Kinder fast ganz abzubauen.

Am Rande der Vertragsunterzeichnung berichtete Hans-Georg Winkler, dass die Verwaltung derzeit an Ratsvorlagen arbeite, um die beengte Raumsituation für die OGS an einigen Schulen zu verbessern.

Auch können Lenningskamp- und Heideschule möglicherweise profitieren von dem Förderprogramm von Land und NRW-Bank „Gute Schule 2020“, das auch finanzschwachen Kommunen Investitionen in die Bildungslandschaft ermöglichen soll. Die SPD hat sich gerade mit zwei Anträgen der Raumnot der beiden Schule angenommen.

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