Dr. Jörg Rimbach, Vorsitzender des Schwerter Ärztevereins, sagt, dass sich die Schwerter Ärzte an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) hält. © Maximilian Stascheit
Johnson & Johnson

Johnson & Johnson-Impfstoff: Schwerter Ärzte halten sich an Stiko-Empfehlungen

Um den Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson gibt es gerade etwas Wirbel. Wer darf denn nun damit geimpft werden? Die Schwerter Ärzte zumindest verfolgen eine Linie.

Hirnvenenthrombose. Ein Wort, das Angst macht. Bei weniger als einer von 10.000 mit dem Wirkstoff Janssen von Johnson & Johnson geimpften Personen trat eine Hirnvenenthrombose als Nebenwirkung auf.

Das ist nicht viel, verunsichert aber viele Menschen, die auf eine Corona-Impfung warten. Der Impfstoff Janssen hat den Vorteil, dass Schutz vor Corona bereits nach einer Impfung vollständig ist, aber da ist diese Unsicherheit.

Und die wird auch von der Ständigen Impfkommission (Stiko) nicht wirklich ausgeräumt. Die Empfehlung der Stiko zum Johnson & Johnson-Produkt lautet: „Der Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson kommt zum Einsatz a) bei Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, und b) bei Personen, die das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoakzeptanz eine Entscheidung treffen.

Praktikabler Ansatz

Das hört sich nicht eindeutig an. Ist aber gut umsetzbar, meint der Schwerter Ärztesprecher Dr. Jörg Rimbach: „Vor allem junge Frauen, die die Pille nehmen, und Frauen in den Wechseljahren machen sich Sorgen wegen Hirnvenenthrombose. Wenn die Ängste auch trotz der geringen statistischen Wahrscheinlichkeit bestehen bleiben, kann man ohne weiteres zum Beispiel auf den Impfstoff von Biontech ausweichen.“

Andere Ärzte bestätigen dieses Vorgehen. Dr. Christoph Schmidt aus Hennen sagt: „Grundsätzlich bekommen jüngere Leute eher Biontech. Da Johnson & Johnson aber nur eine Dosis benötigt, können junge Leute auch darauf zurückgreifen, wenn sie es eilig haben.“

Unberechenbare Versorgungslage

Ob man sich in Schwerte und Umgebung überhaupt mit dem Impfstoff Janssen impfen lassen kann, hänge aber immer von der Versorgungslage ab. „Wir bekommen nicht immer was wir bestellen“, sagt Jörg Rimbach.

Dr. Catrin Hartmann-Böhm Arztpraxis am Postplatz 4 meint: „Wir haben Johnson & Johnson bisher nur einmal bekommen, auch wenn wir schon oft versucht haben es zu bestellen. Für weniger mobile Leute ist der Impfstoff von Vorteil, gerade weil es nur eine Dosis braucht. Wer gut vorbeikommen kann, bekommt auch gerne Biontech.“

Einmalige Impfung

Normalerweise biete sie Johnson & Johnson vor allem Menschen an, die schwer zugänglich sind. Mit einem Informationsgespräch im Vorhinein biete sie es aber auch jungen Leuten an.

Der große Vorteil von Johnson & Johnson sei die einmalige Impfung. „Wer viel unterwegs ist oder kurz vor einer schwierigen oder langwierigen Behandlung ist, für den ist Johnson & Johnson sehr empfehlenswert.“

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Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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