Stadt Schwerte hat Pläne für die Graffiti-Halle hinter dem Bahnhof noch nicht aufgegeben

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Was wurde eigentlich aus dem Salzlager an der Ladestraße hinter dem Bahnhof? Die bunte Halle verfällt weiter. Aber die Stadt hat ihre Pläne für die Immobilie noch nicht zu den Akten gelegt.

Schwerte

, 21.02.2020, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das etwas verfallene Haus ist wegen seiner farbigen Graffiti weithin sichtbar. Vor allem, wenn man mit dem Zug in den Schwerter Bahnhof einfährt. Kurz hinter dem bunten Gebäude endet der befahrbare Teil der Margot-Rötger-Rath-Straße.

Abseits und doch nah der Innenstadt fristet die Halle ein eher trauriges Dasein. An einer Giebelwand hat jemand das Blech aufgerissen. Im Inneren liegt überwiegend Schutt, und nächtliche Gäste haben hier ihren Müll zurück gelassen.

An einer Giebelwand (in der gelben Fläche) wurde das Blech zur Seite gebogen, so dass man das verschlossene Gebäude betreten kann.

An einer Giebelwand (in der gelben Fläche) wurde das Blech zur Seite gebogen, so dass man das verschlossene Gebäude betreten kann. © Mühlbauer

Ein leerstehendes Gebäude im Besitz der Stadt Schwerte, weitab jeder Wohnbebauung aber zentrumsnah, die perfekte Lage für einen Treffpunkt, bei dem es auch mal lauter werden kann.

Politiker wünschten sich einen überdachten Treffpunkt

Das dachten auch einst die Schwerter Politiker. Im Gespräch für die Neunutzung des alten Salzlagers hinter dem Bahnhof war lang ein überdachter Treffpunkt entweder für die Trinkerszene aus dem Stadtpark oder für Jugendliche.

Und zumindest Jugendliche treffen sich hier auch seit einiger Zeit. Davon künden auch die bunten Graffiti, die das Gebäude nahezu vollständig bedecken. Immer wieder lösen neue Motive die bisherige Gestaltung ab.

Im Inneren der Halle gab es offensichtlich auch bereits Besucher.

Im Inneren der Halle gab es offensichtlich auch bereits Besucher. © Mühlbauer

Bei einer Ortsbegehung im September 2018 zeigten sich viele Schwerter Ratsmitglieder des Sozialausschusses (der in Schwerte Generationenausschuss heißt) davon überzeugt, dass die Halle nicht mehr renovierbar ist: Keine Wärmedämmung, kein dichtes Dach, das Fundament durch die Lagerung von Salz beschädigt.

Man legte die Pläne, hier einen Treffpunkt für wen auch immer zu schaffen, ad acta und versuchte für die Stadtparkszene innerhalb des Parks Raum zu schaffen.

Es gibt interessierte Investoren

Sozialarbeiter und „Quarterback“ Peter Blaschke, schon immer einer der glühenden Vertreter der Idee, hofft, dass sich an der Lagerhalle noch etwas tut: „Die Ideen rund um das Gebäude haben keine Lobby bei großen Teilen der Politik und Verwaltung - wohl, weil der Zustand des Gebäudes kritisch gesehen wird und angenommen wird, dass es ein Fass ohne Boden ist“.

Er lobt aber ausdrücklich, dass die Wände für Graffiti-Künstler freigegeben sind. Wer hier sprayt muss keine rechtlichen Konsequenzen fürchten. Das sorgt für das auffällige Äußere des Gebäudes. Und mit Blick auf die vorbeifahrenden Züge sagt Blaschke: „Das ist Schwertes bestbesuchtes Atelier“.

Gibt es jetzt also gar keine Pläne mehr für die Halle? Die hatte die Stadt einst zusammen mit einer ganzen Reihe von Gebäuden entlang der ehemaligen Ladestraße und anderen Flächen rund um den Bahnhof zur Stadtentwicklung gekauft.

Eine Nachfrage bei der Stadtverwaltung ergab aber Überraschendes. Dort wurde die Halle offensichtlich noch nicht aufgeben. „Es gibt Gespräche mit interessierten Investoren, aber noch keine konkreten Ergebnisse“, heißt es in einer Antwort von Stadtsprecher Ingo Rous.

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