Kein Käufer für Autohaus Hengstenberg gefunden – doch Insolvenzverwalter hat noch Hoffnung

hzWirtschaft in Schwerte

Mitarbeiter kündigen schon. Die Zeit wird knapp für die Rettung des Autohauses Hengstenberg in Schwerte. Der Insolvenzverwalter hat sich eine Frist bis voraussichtlich Ende Januar gesteckt.

Schwerte

, 08.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch Hoffen bis Ende Januar. Die Zeit wird knapper für eine Rettung des in finanzielle Schieflage geratenen Autohauses Hengstenberg. Trotz intensiver Suche hat der vom Hagener Amtsgericht eingesetzte Insolvenzverwalter Andreas Schoss (Wuppertal) „bislang noch keinen konkreten Erwerber“ für das Traditionsunternehmen gefunden. „Wir müssen es noch in diesem Monat schaffen“, sagt er. Doch die Hoffnungen seien inzwischen etwas gedämpft.

Betrieb läuft an der Wandhofener Straße läuft weiter

Zwar läuft der Betrieb auf dem Gelände an der Wandhofener Straße weiter. Aber der Vertragswerkstatt-Vertrag mit VW und Audi - so der Anwalt weiter - habe nur bis Ende Januar verlängert werden können. „Wir wissen, dass wir nur eine begrenzte Zeit haben“, sagt er: „Ansonsten werden wir kein Geld mehr verdienen können.“

Insolvenzverwalter bezahlt Löhne und Gehälter der Mitarbeiter

Und das ist wichtig, weil der Insolvenzverwalter immer die Interessen der Gläubiger im Blick behalten muss. Mittlerweile hat er sogar die Zahlung der Löhne und Gehälter für die Beschäftigten übernehmen müssen. Denn der Zeitraum für das Insolvenzgeld, das die Arbeitsagentur zahlt, sei Ende Dezember abgelaufen. Jetzt springt der Insolvenzverwalter ein, weil der Prozess der Investorensuche noch nicht abgeschlossen ist. Wenn sich dabei ein konkretes Interesse ergäbe, würde Schoß den Betrieb eventuell noch über das Monatsende hinaus weiterlaufen lassen: „Das glaube ich aber nicht.“

Jetzt lesen

Unterdessen verlassen Mitarbeiter das Unternehmen. Wenn sich die Chance auf einen anderen Arbeitsplatz bietet, wird gekündigt. „Um die fünf haben sich umorientiert“, berichtet der Insolvenzverwalter. Damit betrage der Bestand 30 Arbeitnehmer - einschließlich der Auszubildenden, die sich auch schon Gedanken darüber machten, wo sie ihre Lehre zum Abschluss bringen könnten.

Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung insolvent

Nachdem Anwalt Schoß zunächst zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden war, ist er jetzt Insolvenzverwalter, nachdem das Amtsgericht in Hagen am Neujahrstag um 10.30 Uhr das Insolvenzverfahren über die Autohaus Hengstenberg GmbH eröffnet hat. „Die Eröffnung ist ein üblicher Verfahrensschritt“, erklärt er. Damit werde zum einen festgestellt, dass ein Insolvenzgrund vorliege. In diesem Fall werden Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung genannt. Zum anderen werde festgestellt, dass genügend Geld vorhanden sei, um die Kosten des Insolvenzverfahrens abzudecken. Das war von der Firma Hengstenberg, die sich schon lange auf das Werkstattgeschäft beschränkte und keine Neuwagen mehr verkaufte, am 7. November selbst bei dem Gericht beantragt worden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt