Tiere sollen ab 2022 in der EU nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden. © picture alliance / dpa
Meinung

Keine Antibiotika mehr: Nur eine faule Lösung der EU für noch mehr Tierquälerei

Ab Anfang 2022 dürfen Tiere in der EU nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden. Unsere Autorin ist fassungslos: Sterben sie reihenweise an einer Infektion, sind sie wie eine defekte Produktreihe.

Die EU will ab 2022 den Einsatz von Antibiotika bei Tieren verbieten. Die Begründung: Antibiotika sollen in erster Linie Menschen helfen. Da sie aber zuhauf in der Massentierhaltung eingesetzt werden, entwickeln sich Keime, die resistent gegen Antibiotika sind.

Eine sinnvolle und ethische Lösung dafür wäre: keine Massentierhaltung. Hygienische und würdige Haltungsbedingungen für die Tiere. Höhere Preise, um mehr Tierwohl zu finanzieren. Auf Keime abgestimmte Antibiotika, sodass keine Resistenzen entstehen können. Denn sowohl Nutz- als auch Haustiere verdienen eine angemessene medizinische Versorgung.

Traurige Realität ohne jegliche Moral

Die Realität sieht anders aus. Statt die genannten Lösungsvorschläge umzusetzen, wirft die EU jegliche Moralen ab und setzt Tiere wissentlich Qualen aus. Für Tiere in Massenhaltung bedeutet das: Das letzte Bisschen Anerkennung ihres Status als Lebewesen wird ihnen aberkannt.

Sterben sie reihenweise an einer Infektion, sind sie wie eine defekte Produktreihe. Sie werden weggeworfen, neue rücken nach.

Ginge es nur ums Massentier, wäre dies den meisten Menschen sicher egal. Doch auch für Haustiere sieht es nicht besser aus. Sie werden vollends zum gekauften Objekt wegreduziert, das man notfalls ersetzen kann.

Das Antibitotika-Verbot ist eine faule Lösung der EU, das drängende Problem unserer klimaschädlichen und skrupellosen Fleischproduktion in den Griff zu bekommen. Denn offensichtlich würden die von mir genannten Lösungsvorschläge nur Leuten auf die Füße treten, denen die tägliche Billigwurst heilig ist.

Über die Autorin
Volontärin
Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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