Keine Erholung für Hotels in Schwerte: „Es ist wie ein freiwilliger Lockdown“

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Über den Sommer hatte sich die Corona-Situation etwas entspannt. Nun schießen die Zahlen wieder in die Höhe. Was bedeutet das für die Hotels in Schwerte? Wie sehen die Zahlen aus?

Schwerte

, 25.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Jetzt kommt das, was ich gesagt habe, was nicht kommen sollte", sagt Jutta Max, Chefin des Hotels Reichshof am Bahnhof. Im Gespräch mit der Redaktion hatte sie im Juni gesagt: "Ein Rückfall darf nicht kommen. Denn was weggebrochen ist, kann man nicht mehr aufholen."

Für die Schwerter Hotelbranche war der Corona-Lockdown im April eine schwere Herausforderung. Die Zahl der Gäste und Übernachtungen waren im Vergleich zum Vorjahr um über 90 Prozent zurückgegangen. Nun hat der Landesbetrieb IT NRW neue Zahlen für den August veröffentlicht.

Immer noch ein Minus von über 50 Prozent

Demnach gab es im August 2537 Übernachtungen von 1690 Gästen in Beherbergungsbetrieben mit mehr als zehn Betten in Schwerte. Das ist ein Minus im Vergleich zum Vorjahr von 53,8 Prozent bzw. 28 Prozent.

Schaut man sich den Vergleich der Zeiträume Januar bis August 2019 zu 2020 an, sieht es noch schlechter aus. In diesem Zeitraum gab es 14.816 Übernachtungen von 9556 Gästen. Das ist ein Minus von 57,3, beziehungsweise 53% Prozent. Bei den Gästen aus dem Ausland ist das Minus sogar noch größer (Gäste: -57,4 Prozent; Übernachtungen: -62,5 Prozent).

Die ruhigen Monate kommen

"Die Radfahrer haben viel aufgefangen, aber es war nicht so wie sonst", sagt Jutta Max über die Entwicklungen im Sommer.

Dass viele Radtouristen in Schwerte unterwegs waren, bestätigt auch Uwe Fuhrmann, Touristikbeauftragter der Stadt Schwerte: „Es gab ausgesprochen viele Radtouristen, die Deutschland als Alternative für sich entdeckt haben." Wie sich die aktuelle Situation auswirke, könne man noch nicht absehen, so Fuhrmann.

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Im Hotel Reichshof trudeln nun jedenfalls wieder die Stornierungen ein. Vor allem bei den Geschäftsreisenden, wo es gerade wieder aufwärts ging. "Und jetzt kommen die ohnehin ruhigen Monate", so Jutta Max.

Sie habe immer noch eine Mitarbeiterin in Kurzarbeit. "Aber der Kostenapparat der Immobilie bleibt natürlich bestehen", gibt sie zu bedenken.

"Lockdown auf freiwilliger Basis"

Ihr Haus wäre am Wochenende voll gewesen, aber von den Gästen sei alles storniert worden. „Jetzt kommt quasi der Lockdown auf freiwilliger Basis", so Jutta Max resigniert. Nun hofft sie auf das Frühjahr, aber die Zeit bis dahin ist noch lang.

Deshalb hat sie auch einen dringenden Appell: „Gehen Sie wenigstens zwischendurch Essen, damit zumindest die Gastronomie zurecht kommt."

Zahlen für den Kreis Unna auch nicht viel besser

Die Zahlen für den Kreis Unna sehen nicht viel besser aus als die für Schwerte. Im Zeitraum Januar bis August 2020 gab es 166.400 Übernachtungen von 73.484 Gästen. Das ist ein Minus von 41,7 Prozent beziehungsweise 47,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei den Gästen aus dem Ausland ist das Minus mit 65 Prozent bei den Übernachtungen und 59,7 Prozent bei den Gästeankünften sogar noch größer.

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