Kita Gänsewinkel bleibt jetzt doch beim DRK - Lebenszentrum Königsborn übernimmt nicht

hzNach Eltern-Protest

Doch kein Trägerwechsel: Die Kita Gänsewinkel bleibt auf lange Sicht eine Kita des Deutschen Roten Kreuzes. Eltern und Mitarbeiter hatten sich dafür eingesetzt. Entscheidend war ein Detail.

Schwerte

, 19.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Eigentlich hätte die Kita im Sommer 2019 den Träger wechseln sollen - und das hatte für großen Wirbel gesorgt.

Alles begann im Frühsommer 2018, als der damalige Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Unna den Mietvertrag mit der Stadt Schwerte kündigte - offenbar auch, um im Streit um finanzielle Zuständigkeiten den Druck auf das Rathaus zu erhöhen.

Das misslang. Die Stadt nahm die Kündigung an, fand das Lebenszentrum Königsborn und somit eine Lösung, die ihr sehr angenehm war. Denn das Lebenszentrum betreibt aktuell eine Gruppe für Kinder mit Behinderungen in der städtischen Kita Wandhofen. Solch eine Konstellation - ein Haus mit Gruppen von unterschiedlichen Trägern - wird aber beim Land nicht gerne gesehen.

Und das Land entscheidet über die Finanzen.

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Lange Verhandlungen zwischen Trägern und den Anwälten

Auch wenn Eltern protestierten: Die Stadt Schwerte blieb dabei. Das Lebenszentrum Königsborn sollte die Kita Gänsewinkel übernehmen. Da hatte es auch nichts geändert, dass der DRK-Kreisvorstand sich an die Stadt gewandt hatte und erklärt hatte: Auch wir sind überrascht gewesen, können wir nicht noch einmal über alles reden?

Letzten Endes fanden sich alle Seiten mit dem Übergang ab. Mal mit Ausnahme von Eltern und Mitarbeitern, die sich weiter um die Zukunft sorgten - ganz gleich, wie sehr DRK, Lebenszentrum und Stadt betonten, es werde sich nichts ändern.

Zum Knackpunkt wurde das Thema Altersvorsorge. Das DRK darf in dieselbe Kasse einzahlen wie Städte und Gemeinden, das Lebenszentrum darf das aus rechtlichen Gründen nicht. Die Folge: Die Mitarbeiterinnen hätten mitten im Berufsleben Verträge aufgeben und neu abschließen müssen. Und das hätte finanzielle Einbußen bedeutet. Das wollten alle Beteiligten auf jeden Fall verhindern.

Monatelang verhandelten DRK und Lebenshilfe über diesen Knackpunkt. Letzten Endes taten sie das aber erfolglos, sodass die Stadt Schwerte die Reißleine zog: Ein Übergang der Trägerschaft im Sommer 2019 könne nicht sein. Und bis dieser Knackpunkt nicht geklärt sei, bleibe alles beim alten.

Entscheidendes Gespräch am Donnerstagnachmittag

Am Donnerstagnachmittag setzte man sich erneut zusammen. Mit dabei waren offenbar neben Bürgermeister Dimitrios Axourgos, seiner Büroleiterin Gabriele Stange und Schwertes Jugendamtsleiter Andreas Pap auch der Geschäftsführer des Lebenszentrums Königsborn, Michael Radix sowie Florian Lehnert vom DRK (Assistent der Geschäftsführung) und Michael Makiolla - ausdrücklich nicht in seiner Funktion als Landrat des Kreises Unna, sondern als Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes.

Das Ergebnis, über das sich alle Beteiligten abgestimmt haben: Alles bleibt so wie bisher. In einer gemeinsamen Mitteilung äußerte man sich am Freitagabend: „Wir schätzen die gute Arbeit, die das DRK in der Kita Gänsewinkel geleistet hat und freuen uns sehr, dass gerade im Sinne der Eltern und der Mitarbeiter*innen auf Kontinuität gesetzt werden kann“, erklärte Dimitrios Axourgos nach dem Gespräch.

Michael Radix unterstreicht: „Wir hätten die Trägerschaft gerne übernommen, aber uns ist es wichtig, dass die Entscheidung nun im Sinne der Mitarbeiter*innen der Kita getroffen worden ist“.

Der DRK-Vorstandsvorsitzende freut sich über die Lösung. „Es konnte eine Lösung gefunden werden, die es uns ermöglicht, unseren Mitarbeiterinnen vor Ort, aber auch den Schwerter Kindern und Eltern nach langer Unsicherheit nun wieder eine langfristige, stabile Perspektive beim DRK zu bieten“, sagt Michael Makiolla. „Unser Dank gilt allen, die sich in den letzten Monaten für die DRK-Trägerschaft der Kita stark gemacht haben, aber auch dem Lebenszentrum Königsborn, mit dem wir trotz schwieriger Rechtslage zu jeder Zeit fair, kooperativ und auf Augenhöhe kommunizieren und verhandeln konnten.“

Mitarbeiter und Eltern erklären, sie finden das „super“

Aus dem Kreis der Mitarbeiter und der Eltern war zu erfahren, man finde das „super“. Angedeutet habe sich die Entwicklung schon bei einem Gespräch, das man im Juni mit dem Bürgermeister geführt habe. Schon da sei der Tenor gewesen: Wenn man den Knackpunkt nicht beseitigen könne, werde die Kita weiterhin eine DRK-Kita bleiben.

Generell möchte das Lebenszentrum Königsborn gerne in Schwerte bleiben. „Wir wollen hier die wohnortnahe Versorgung sicherstellen“, erklärt Michael Radix. So geht die gemeinsame Suche nach einem geeigneten Standort intensiv weiter.

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